Kein Tokio

Wenn alles glatt gelaufen wäre, würde ich jetzt mein erstes Wochenende in Tokio erleben dürfen. Aber das Erdbeben, der Tsunami und vor allem Fukushima haben mich dann doch dazu bewogen, Hotel und Flug zu stornieren.

Die Situation vor Ort ist einfach zu unklar. Selbst in der Zeit, als sich die deutschen Medien noch für die freiliegenden und schmelzenden Kernstäbe im Atomkraftwerk interessiert haben gab es ja wenig verlässliche Informationen. Ein paar Tage lang war man besser über Windrichtungen in und um Tokio informiert als bei sich zu Hause.

Das jetzt alles unter Kontrolle ist und es egal ist, wie der Wind weht, scheint mir doch arg unsicher – um nicht zu sagen „in der Luft zu hängen“. Und vor Ort könnte ich jetzt nicht einmal irgendwas meiden, was offensichtlich aus der am stärksten betroffenen Region kommt. Ich kann das weder lesen noch sonstwie einschätzen: welche Sushi-Sorten sollte man eher meiden, weil die Meerestiere aus den teilverstrahlten Gebieten kommen könnten?

In den ersten Tagen nach der Katastrophe meinte man zu mir, dass ich da ja jetzt nicht hinfahren könnte, weil die Leute in Tokio jetzt andere Sorgen haben und ich als Tourist fehl am Platze wäre. Ich habe das anders gesehen: gerade jetzt hätte ich gerne meine Unterstützung gezeigt und wäre hingefahren.

Aber ich habe einfach keinen blassen Schimmer, wie gefährlich oder ungefährlich die Situation wirklich ist. Da ist es einfacher zu Hause zu bleiben. Und das bedauere ich sehr. Aus ganz egoistischen Gründen: ich hatte mich sehr auf die Reise gefreut und kann mir jetzt auf lange Zeit nicht vorstellen, Tokio noch einmal als Reiseziel aufzunehmen. Und da ich mich so sehr auf Tokio gefreut hatte, gibt es auch kein Ersatzziel für mich.

Der finanzielle Schaden hielt sich übrigens in Grenzen. Für die Stornierung des Hotels habe ich ganze 15 USD gezahlt. Britisch-Airways war nicht so genügsam und verlangte 150,- EUR für die nicht angetretenen Flüge.

London – Tag 3

Heute keine Fotos – bis auf ein Tourifoto am Buckingham Palace mit dem iPhone. Vormittags ging es zum Tate Modern, welches ich aufgrund der zeitgenössischen Kunst wesentlich interessanter finde als die National Gallery am Trafalgar Square.

Irgendwie hat mich das Tate Modern aber ziemlich kalt gelassen. Ich hatte auf etwas mehr Enthusiasmus meinerseits gehofft – so wie in Lissabon. Aber hier hat mich leider nichts wirklich bewegt. Ich fand es zu vollgestopft und gerade für die Skulpturen fehlte mir der Platz um sie sich überhaupt vernünftig anzuschauen.

Der Eintritt war auch wieder frei, genau wie in der Nationalgalerie in der ich übrigens wegen eine Sache wirklich positiv überrascht war: wie fotorealistisch die Portraits gemalt waren. Vor lauter Impressionismus ist man so was ja heutzutage gar nicht mehr gewohnt…

Naja, den Rest des Tages habe ich mit herumlaufen verbracht, zum Shoppen war mir irgendwie nicht zu Mute – bis auf den obligatorischen Starbucks-Becher :-) Aber morgen geht der Flieger erst um 18:30 Uhr, so dass das eine oder andere paar Sneaker vielleicht noch ihren Weg in meinen Koffer finden werden.

Den wiederum werde ich mal wieder an der Victoria-Station aufgeben, Schließfächer sucht man in Londoner Bahnhöfen nämlich leider vergeblich.

London – Tag 2

Das Wetter in London war heute großartig. Und entsprechend voll war es. Gerade an den herausragenden Sehenswürdigkeiten platze London aus allen Nähten.

Für mich ist die Tower Bridge (erstes Foto unten) das Wahrzeichen Londons. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie auf dem Schulbuch der fünften Klasse abgebildet war und somit für mich von Anfang an mit England und London verbunden war.

Neben den vielen herrlichen alten Gebäuden, fasziniert mich Die Gewürzgurke (The Gherkin), im Deutschen eher die Zigarre genannt, am meisten. Ein wunderschönes Hochhaus, welches die Londoner Zentrale der Schweizer Rückversicherung beherbergt.

Von Big Ben habe ich kein Foto gemacht, dafür war das Licht am Nachmittag einfach zu ungünstig. Aber ich habe zum ersten Mal den Glockenschlag von Big Ben gehört, während ich in London bin – oder zumindest bewusst gehört. Irgendwie auch ein kleines Highlight heute :)

Auf nach London

Heute Abend geht es los. Irgendwann so gegen 23:00 Uhr Ortszeit werde ich im Hotel nahe Paddington Station ankommen und mich dann auf die kommenden dreieinhalb Tage freuen.

Freitag soll es in London zwar regnen, aber was wäre ein vernünftiger Besuch dort auch ohne ihn? :-)

Ich bin gespannt, wie lange es diesmal dauert, bis ich vor lauter „Erst links dann rechts schauen – ne! Andersherum!“ wieder so verwirrt bin, dass ich grundsätzlich immer und überall in beide Richtungen schaue. Egal ob es sich dabei um eine Einbahnstraße handelt, oder nicht…

„Wir werden alle Fiesen killen“ – Boris Vian

Dieses Buch von Boris Vian hat mich nicht so fasziniert wie Der Voyeur, Ich werde auf eure Gräber spucken oder Der Schaum der Tage. Zwar ist auch Wir werden alle Fiesen killen sehr absurd, aber vielmehr als Ganzes und nicht in einzelnen Formulierungen wie bei den anderen Büchern. Mal schauen, was ich noch so von ihm im Regal rumfliegen habe.

Eigentlich wäre jetzt ja wieder ein einglischsprachiges Buch dran, aber morgen soll schon Lisa, das neue Buch von Thomas Glavinic bei mir eintreffen. Und das möchte ich unbedingt sofort anfangen.

Bleibt mir also für die Bahn erst einmal nur die gute alte brand eins :)