Nationalismus beim Lebensmittelkauf

Heute bei Max (einer Burgerkette in Schweden) ein Plakat gesehen, wo darauf hingewiesen wurde, dass nur Rindfleisch und Geflügel aus Schweden verarbeitet wird. Und das fand ich irgendwie bemerkenswert, weil der Herkunftsort Schweden hier eine ganz andere Bedeutung hat als z.B. in Deutschland, wo natürlich nur Fleisch aus Deutschland auf den Tisch kommen sollte – weil es irgendwie besser ist.

Woher kommt das? Ich nehme mal an, dass es ähnliche Werbeversprechen auch in allen anderen europäischen Ländern gibt. Grundsätzlich ist ja aus ökologischen Gesichtspunkten wohl gar nichts dagegen einzuwenden, dass man Fleisch regional einkauft. Aber was ist, wenn regional eben nicht gleich national ist? Malmö z.B. liegt sehr nah an Dänemark, so dass Fleisch aus Dänemark mindestens genauso gut sein müsste. Und auch Deutschland grenzt ja bekanntermassen an einige Länder an.

So wirklich großartig sollte sich die Fleischproduktion in den verschiedenen Ländern gar nicht unterscheiden. Warum also wird mit Fleisch aus dem eigenen Land geworben? Wird den anderen Ländern misstraut? Und das betrifft ja nicht nur Fleisch: den Tomaten aus Holland wurde ja regelmäßig nachgesagt, dass sie nur aus Wasser bestehen. Im letzten Jahr waren das aber zum Beispiel teilweise die, die mir hier am besten geschmeckt haben. Irgendwann gab es dann sehr leckere Tomaten direkt hier aus der Umgebung. Dass aber die, die nicht aus Schweden kamen, gleich schlecht sein müssen, kann ich nicht behaupten.

Da kann noch so viel davon geredet werden, dass man Europäer ist, aber wenn man dann am Ende sogar beim Lebensmittelkauf doch nicht den Nachbarn traut, ist das alles noch lange nicht zusammengewachsen.

Schon wieder Geister!

Zuletzt war es der Geist in der Heizung, dieses Mal aber was anderes. Da es hier wirklich sehr ruhig ist, hört man im und um das Haus herum so einiges, was man sonst wahrscheinlich gar nicht so wahrnehmen würde.

Dazu gehört schon mal die Spülmaschine – von der man vergessen hat, dass man sie ein paar Minuten vorher eingeschaltet hat. Aber auch der Kaffeevollautomat, der sich nach 15 Minunten Untätigkeit abschaltet und vorher noch einmal durchspült. Das sind aber auch alles Geräusche, die man dann irgendwann kennt und die man nach dem ersten Stirnrunzeln dann doch zuordnen kann.

Heute Nachmittag klang es dann erst so, als wenn vielleicht bei den Nachbarn irgendwas im Garten gemacht wird. Je nach Windrichtung können da schon mal Geräusche vom Zuschlagen einer Autotüre herüber wehen und auch das Ab- und Umladen von Holzscheiten macht lustige Geräusche.

Die ersten Geräusche habe ich dann also noch ignoriert, dann aber hörte es sich fast so an, als ob jemand draußen klopfen würde. Dazu muss man sagen, dass ich keine Klingel habe. Es wäre also durchaus normal, wenn man klopfen würde – wobei sich das Klopfen an der Türe eigentlich anders anhört. Und auch sonst ist Besuch extrem selten. Außerdem kam das Geräusch vom Eingang hinten am Haus und seitdem im letzten Jahr vorne eine Eingangstür eingebaut und das Patio angelegt wurde, kommen Besucher eigentlich zu der Türe.

Aus der Richtung – als hinten vom Haus – kommen sonst nur schon mal polternde Geräusche, wenn eine der Nachbarskatzen auf der Veranda herumstreifen und dabei vielleicht was umwerfen, oder vom Tisch auf den Holzboden springen. Angeklopft hat aber noch keine der Katzen.

Als ich dann näher in Richtung Türe ging und dabei auch am Fenster vorbei kam, flogen zwei Elstern davon. Und plötzlich machte alles wieder Sinn. Denn Elstern, aber auch Meisen picken häufiger oben vom Doch Moos ab – oder machen sonst irgendwas damit. Das Moos fällt dann auch auf die Überdachung der Veranda und wenn die großen Vögeln dann da rumspringen und vielleicht noch weiter am Moos picken, kann sich das schon Anhören wie ein Klopfen.

Also keine Besucher, aber ich kann mir schon vorstellen, wie schreckhaftere Menschen in dieser eigentlich ruhigen Umgebung unruhig werden. Aber vielleicht ist das ja auch eine gute Therapie, wenn man herausbekommt, was alles die Ursache für verschiedenste Geräusche sein kann.

Tonerstress

Vor ein paar Jahren habe ich mir einen Farblaserdrucker von Samsung gekauft: CLP-315W. Ab und zu hat der sogar drahtlos funktioniert, was eines meiner Kriterien bei der Anschaffung war. Heute bin ich froh, wenn ich ihn austricksen kann, was anderes als weiße Blätter auszuspucken.

Das liegt auch daran, dass der Toner leer, „abgelaufen“ oder eingetrocknet ist. Ich könnte mir also neuen bestellen. Der kostet aber gut 150,- €! Und da stellt sich dann wieder die Frage, ob sich das überhaupt lohnt, oder ob man erst einmal einen günstigen neuen Drucker ersteht – ich will eigentlich nur ein paar Seiten mit Skizzen für einen Bauantrag ausdrucken.

Dass das zwar finanziell durchaus richtig sein könnte, aber ökologisch eine halbe Katastrophe, kreisen die Gedanken also doch wieder um diese 150,- € für den Toner. Oder doch nur in verbleichtem grau ausdrucken? Ich glaube, ich schaue mal, ob ich am Wochenende in Kalmar einen Copyshop finde. Das wäre eigentlich die vernünftigste Alternative: mit USB-Stick bewaffnet dort vorbei und ein PDF ausdrucken lassen.

Copyshops… Auch so etwas, bei dem ich nicht gedacht hätte, dass ich da nach dem Studium noch mal mit zu tun haben würde.

Wenn der Rauchmelder drei Uhr nachts klingelt

Es gibt Rauchmelder, die piepsen dezent einmal pro Minute, wenn ihnen der Strom ausgeht. Das ist nervig, aber unter Umständen trifft man so auf nächtliche Besucher. Diese Nacht musste ich aber feststellen, dass er deutlich nerviger geht: einfach mal um drei Uhr nachts in voller Lautstärke Alarm schlagen. Im Schlafzimmer. Direkt über meinem Bett.

Dieser Rauchmelder blinkt einmal pro Minute um mitzuteilen, dass er noch da ist. Und ja, dann macht es tatsächlich Sinn, wenn man nicht nur irgendwann aufhört zu blinken, sondern sich akustisch meldet. Aber so? Ich weiß nun immerhin, dass ich bei Rauch im Zimmer sofort wach werde. Heute morgen bin ich aber erst einmal durch das ganze Haus getapst um zu prüfen, ob nicht doch irgendwo Rauch zu riechen wäre.

Und um ganz auf Nummer sicher zu gehen, habe ich den Kohlenmonixid-Warner aus dem Wohnzimmer geholt um zu sehen, ob der oben anschlägt – vielleicht ist der einfache Rauchmelder im Schlafzimmer ja eigentlich ein Kombigerät gewesen. Aber wie es aussieht, ist einfach nur die Batterie leer.

So kann ich aber eine weitere Batterie gegen einen Akku tauschen – irgendwas positives muss ich der ganzen Sache ja abgewinnen.

… auf dem Rücken der Pferde

Meine Nichte ist eine Pferdenärrin. Das hat sie von ihrem Vater, der früher ein Springreiter war. Jedenfalls hatte sie heute wohl mit dem Pferd Bille die RA 9-Prüfung abgelegt. Wobei mir der alte Name der Prüfung – Kleines Hufeisen – ja viel besser gefällt. Damit kann ich wahrscheinlich – in Relation zum Seepferdchen – wohl eher was anfangen.

Ich träume zwar auch schon länger davon, einen mehrwöchigen Trip auf einem Pferd durch den Westen der USA zu machen, aber weniger aus der Liebe zum Pferd, sondern vielmehr reizt mich die Vorstellung, das Land so zu erleben, wie es einst die Siedler getan haben. Leider kommen dann auch immer sehr schnell Bilder der Klaumauk-Filme City Slickers (Die Großstadt-Helden) in den Sinn und so wird aus dem Traum schnell eine peinliche Vorstellung.

Ich bin nur mal gespannt, wohin sich ihre Begeisterung für Pferde noch entwickelt.