Macoun 2011 – Ich habe viel gelernt

Gestern und heute war ich in Frankfurt auf der Macoun, einer Mac- und iOS-Entwicklerkonferenz und nach der Enttäuschung über das WordCamp letzte Woche, war die Macoun eine richtig runde Sache.

Samstag konnte ich zwar nur bis zur Mittagspause bleiben, aber die beiden Vorträge Automatic Reference Counting (ARC) von Daniel Höpfl und Kommunikativer Stabilbaukasten von Pascal Bihler waren schon einmal ein schöner Einstand. Der Vortrag zu ARC war ziemlich technisch, aber mit genau der richtigen Tiefe vorgetragen und ich werde mich sicher an den Talk erinnern, wenn ich ARC bei einem meiner nächsten Projekte aktiviere.

Der Kommunikativer Stabilbaukasten war meine Ausweichveranstaltung, da die Einführung zu Core Data leider entfiel. Es hat Spaß gemacht, dem Live-Coding beizuwohnen und zu sehen, wie Stück für Stück die App umgebaut wurde. So richtig auf die Probleme einer dauerhaften Datenverbindung (oder zumindest einer dauerhaften Kommunikation) zwischen einem Server und einem Mobilgerät wurde aber nicht eingegangen.

Heute konnte ich den ganzen Tag dabei sein und so standen dann auch vier Talks auf meinem Programm. Zuerst hat Uli Kusterer in Gefriergetrocknete Objekte etwas zu NIBs/XIBs und Auto-Layout erzählt. Das war zwar eigentlich ein Mac-OS-Talk, aber zumindest im Umgang mit den NIBs/XIBs sind mir noch ein paar mehr Sachen deutlich geworden. Und die Vorstellung von Auto-Layout hat auf jeden Fall dafür geführt, mir noch einmal Gedanken über eine Desktop-App für MacOS X Gedanken zu machen – „Ornament Tool“ ist in meinem Hinterkopf immer noch präsent…

Anschließend ging es zu Astronomie mit GLKit von Daniel Dönigus, was auch zu einem Live-Coding-Event ausartete. Fand ich aber auch sehr spannend und informativ. Mit „Ornament Tool“ im Hinterkopf habe ich mir anschließend Zeichnen auflösungsunabhängig von Frank Illenberger angehört und bin für das Thema Grafik und iOS-/MacOS jetzt ein bisschen besser vorbereitet. Mit Ortwin Gentz‘ Abschlußvortrag zur iOS 5 Appearance Customization habe ich mich dann noch dazu schlau gemacht, wie man in Zukunft auch die ungewöhnlichsten Kundenwünsche („Der Slider muss aber rot sein, das gehört zu unserer CI!“) mit einfachen Bordmitteln realisiert. Und habe bei dem Vortrag noch was zu Method-Swizzling gelernt.

Interessanterweise gab es übrigens kein freies WLAN (man hätte sich in das WLAN der Jugendherberge, wo die Macoun stattfand, „einkaufen“ können), was aber auch dafür sorgte, dass in den Sessions selbst die meisten Leute auch wirklich zuhörten, was da vorne erzählt wurde. Vielleicht wird ein funktionierendes WLAN auf BarCamps ja auch total überbewertet.

Ich werde im nächsten Jahr zusehen, dass ich es wieder zur Macoun schaffe. Auch wenn ich dann vielleicht schon weiter im Thema drin bin und es dann nicht mehr ganz so viel Neues entdecken werde. Aber dafür gibt es überall genügend Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen und konkrete Fragen loszuwerden.

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Die Behandlung, Trilogie der sexuellen Abhängigkeiten, Sunrise, Mrs Fry’s Diary

Ich kann das Ende des Stapels so langsam sehen :)

Die Behandlung von Mo Hayder wird als „Roman“ ausgezeichnet, dahinter steckt aber eher ein Krimi. Und ich bin kein Krimifan. Trotzdem war ich sehr angetan von diesem Buch. So sehr, dass ich mir jetzt auch noch den Vorgänger Der Vogelmann bestellt habe. In der Hoffnung, dass das Ende genauso unvorbereitet kommt, wie in „Die Behandlung“.

Die Trilogie der sexuellen Abhängigkeiten von Michael Köhlmeier ist eine Geschichte aus drei Teilen, die lose miteinander verbunden sind. Kein überragendes Buch, aber eine schöne kurze Abwechslung.

Sunrise von Michael Köhlmeier ist eher eine lange Kurzgeschichte in Buchform. Aber eine sehr interessante und tiefgehende. Ich müsste sie eigentlich noch mal lesen um das Ende besser zu verstehen – das spricht hierbei nicht gegen, sondern für die Geschichte!

Mrs. Fry’s Diary ist das Tagebuch von Mrs. Stephen Fry, der Frau von Stephen Fry – wer hätte das gedacht? Wer Stephen Fry nicht kennt, wird mit dem Buch nicht soooo viel anfangen können, aber auch ohne den Bezug zu ihrem Mann sind einige sehr köstliche Stellen zu finden.

I’m taking advantage of all the kids being out by doing those little jobs – cleaning the oven, defrosting the fridge, changing the locks…

That’s the last time I let Stephen watch Star Trek. He’s refusing to gout to work in case his actions affect the future. Considering the rate he works I should think that’s highly unlikely.

Typisch britischer Humor in einem nicht zu anspruchsvollem Englisch. Wobei ich ja fast hoffe, dass es nie ins Deutsche übersetzt wird. Das kann nur schief gehen…

Flug der Pelikane, Nacht, Kleine Schule des Karussellfahrens

Weiter geht’s mit dem Abarbeiten des Stapels der gelesenen Bücher.

Flug der Pelikane von Benjamin Lebert ist ein kurze Geschichte, die mich alleine schon wegen der Worte „New York“ auf dem Buchrücken dazu veranlasste, das Buch zu kaufen. Leider konnte es mich darüber hinaus nicht so sehr begeistern.

Ganz anders dagegen Nacht von Edgar Hilsenrath. Die Kurzzusammenfassung: „Hilsenrath schildert den Überlebenskampf zweier junger Männer in einem rumänischen Ghetto“. Ein Buch mit so viel zum Nachdenken drin, dass ich jetzt schon wieder damit loslege, wo ich das Buch noch einmal vor mir auf dem Tisch liegen habe.

Fünf kleine Fähnchen ragen bei mir seitlich aus Arno Geigers Kleine Schule des Karussellfahrens. Eine etwas wirre Geschichte, die sich deshalb aber auch so leicht liest und eben ganz viele Momente für ein „Aha!“. Zum Beispiel:

Hundertdrei, das ist eine schöne Zahl, vermutlich eine Primzahl. Ich überlege mir gerade, wie das mit Mädchen ist wie dir, ob man die auch mit nichts und niemanden teilen kann.

Oder:

[…] in der Liebe sei es wie mit Testamenten, das jüngste setze alle vorangegangen außer Kraft.

Wie man sieht, geht es viel um Liebe, das Buch handelt aber auch von einem jungen Mann, so dass dies nicht ungewöhnlich ist. Und nein, das Buch ist kein Liebesroman…

„Monogam“ – Marek van der Jagt

Marek van der Jagt ist ein Pseudonym von Arnon Grünberg und Monogam habe ich mir nach dem Lesen von Phantomschmerz gekauft, zusammen mit zwei weiteren Büchern von Arnon Grünberg.

„Monogam“ ist ein seltsames Buch. Es wird keine Geschichte im eigentlichen Sinne erzählt, vielmehr referiert der Autor über das Wechselspiel von Liebe und Macht, Einsamkeit und sonst so ziemlich allem, was zu Liebe und Leben dazugehört. Das alles mit einer guten Portion „Seltsamkeit“, aber flott geschrieben und so kurz, dass man es auch sehr gut in einem Rutsch durchlesen kann. Länger als 45 Minuten habe ich nicht dafür gebraucht.

Kein Buch, dem ich länger nachhängen werde und auch keines, wegen dem ich nach mehr Büchern des Autors Ausschau gehalten hätte, aber sicherlich auch kein Fehlkauf, oder vergeudete Zeit.

„Unterwegs im Namen des Herrn“ – Thomas Glavinic

Ich mag die Bücher von Thomas Glavinic und deshalb habe ich auch gar nicht lange überlegt, als ich das hier zufällig entdeckt hatte. Unterwegs im Namen des Herrn ist kein Roman, sondern ein Reisebericht seiner Pilgerfahrt nach Medjugorje. Thomas Glavinic hat die Reise offensichtlich aus Neugierde angetreten und nicht, weil er gläubig ist. Zusammen mit seinem Freund Ingo, der Fotograf ist, ziehen sie also mit dem Bus los und erleben bis zu ihrer Rückkehr nach Wien mitunter sehr seltsame Dinge. Meistens zwar auch nur ganz banale, aber interessant ist der Bereicht allemal.

Ich würde nur zu gerne die Fotos sehen, von denen im Buch auch immer berichtet wird. Vielleicht wird es die ja noch auf dem Blog von Thomas Glavinic zu sehen geben…