Waschtag

In der Nacht von Freitag auf Samstag werde ich gegen 2:30 Uhr aufstehen und gegen 3:00 Uhr mit dem Auto in Richtung Deutschland aufbrechen. Sonst fahre ich eher Sonntag morgen, damit ich auf der Fahrt keine LKW auf der Autobahn habe, aber dieses Mal muss ich noch ein paar Sachen bei meinen Eltern in Moers vorbei bringen, bevor ich dann zu meiner AirBnb-Unterkunft in Köln aufbreche. Und wenn man dann schon einmal 12 Stunden Fahrt hinter sich hat, ist man auch ganz froh, dass man nicht noch mal los muss.

Also ist die Abfahrt übermorgen, bleibt morgen Abend also zum Packen und Vorbereiten – aber auch nicht zu lange, da ich früh ins Bett will, um Samstag morgen auch halbwegs wach zu sein. Und so stand dann heute Wäsche waschen (und trocknen) auf dem Plan – außerdem habe ich schon mal den Koffer aus dem Keller geholt. Das Packen an sich wird dann morgen auch sehr schnell gehen, der größte Akt wird wohl werden, den mechanischen Rasenmäher von Spinnweben zu befreien und ihn schon mal ins Auto zu packen.

Koffer und Rucksack mit meinem mobilen Büro kommen erst kurz vor der Abfahrt ins Auto. Ansonsten werden mir die Sachen im Koffer zu klamm. Das es in der Nacht von Freitag auf Samstag auch wieder unter 0 Grad werden soll, kann ich das Wasser auch erst kurz vor der Fahrt verstauen – zusammen mit dem restlichen Proviant.

Bisher habe ich nur einmal etwas vergessen, wenn ich mich für die Fahrt nach Deutschland vorbereitet habe: das Ladegerät für meine Zahnbürste – also nichts wirklich dramatisches. Wenn man doch so oft die wichtigsten Sachen aus dem eigenen Hausstand transportiert, bekommt man da Routine rein.

Und wo ich von Routine rede, muss ich gleich schon mal den Monitor nach vorne an die Türe stellen, damit ich den nicht vergesse – der kommt ganz abseits der Routine mit.

Serien-OCD

Hallo, mein Name ist Dirk und ich habe ein Problem mit nicht zu Ende geguckten Serien.

Vorhin habe ich festgestellt, dass es eine dritte Staffel von Mozart in the Jungle gibt. Es hat einen Moment gedauert, aber dann fiel mir ein, dass ich die erste Staffel eigentlich ganz gut fand. Umso verwunderter war ich, dass die zweite Staffel schon länger existiert und ich mich an die so gar nicht mehr erinnern konnte.

Die ersten paar Minuten der zweiten Staffel haben dann aber gezeigt, dass ich die definitiv schon gesehen habe – anhand der Kurzbeschreibungen der weiteren Folgen konnte ich mich aber nicht daran erinnern, ob ich sie auch wirklich zu Ende geschaut habe. Was eigentlich ganz gut ist, weil es ja zeigt, dass diese Zusammenfassungen nicht so sehr spoilern.

Jedenfalls liegen jetzt noch zwei Staffeln Mozart in the Jungle vor mir und dabei musste ich daran denken, dass ich vor ein paar Monaten die Serie White Collar auf Netflix entdeckt hatte – und die hat immerhin sechs Staffeln! 81 Folgen einer Serie, die ich bis dato nicht kannte. Und so nach den ersten paar Folgen fand ich sie so interessant, dass ich weiter gucken wollte. Gleichzeitig waren zwischendurch aber auch immer mal wieder Folgen dabei, die die Gesamtgeschichte so gar nicht weiter brachten.

In den Fällen wende ich eine Taktik an, bei der ich die letzten zwei bis drei Folgen einer Staffel schaue und dann noch die ersten zwei oder drei der nächsten Staffel – teilweise vorspulend. So kriege ich die Geschichte weiter mit, muss mich aber nicht durch die langweiligen Sachen quälen und kann dann doch am Ende der Serie einen imaginären Haken dran machen.

In Fällen, wo die Story insgesamt wichtiger ist, und wo es entsprechende Websites gibt – wie bei Battlestar Galactica – kombiniere ich dieses Spiel mit den ersten und letzten Folgen auch gerne mal mit dem Nachlesen ganzer Folgen.

Und um hier nicht nur mein Serienkonsum ins schlechte Licht zu rücken: auch bei Atlas Shrugged habe ich ganze Seite überflogen und überblättert. Mal ganz ehrlich: wer will sich denn wirklich diese stundenlange Rede von „John Galt“ antun? Wo doch das ganze Buch vorher in das selbe Horn bläst…

Naja. Wenigstens habe ich jetzt mal über mein Problem geredet.

Der Geist in der Heizung

Gegen 5:00 Uhr weckte mich heute mein Haus: es pochte und klackte. Ich wusste zwar, dass es die Nacht über -5 Grad werden sollte und dann knirscht es schon mal etwas im Gebälk. Aber -5 Grad sind eigentlich keine Besonderheit – und schon gar kein Anlass für ein so lautes Gebaren.

Da es nun auch nicht soooo weit von meiner normalen Aufstehzeit (6:00 Uhr) war und ich schon merkte, dass es mir wohl schwer fallen würde, die Geräusche zu ignorieren und weiter zu schlafen, stand ich also auf und ging erst mal nach unten. Dabei roch ich schon heiße Heizkörper und sowohl der im Flur, wie auch die im Wohnzimmer waren richtig heiß – dabei hatte ich seit Tagen nichts an den Thermostaten verändert.

Der Heizungskessel im Keller zeigte auch nichts ungewöhnliches: ca. 60 Grad Wassertemperatur. So wie es auch schon seit Wochen ist. Wieder auf dem Weg nach oben fiel mir dann auf, dass der Heizkörper im Keller auch ganz heiß war. Das war insofern bemerkenswert, als dass der während der aktuellen Heizperiode noch nicht warm wurde. Auf der Rückseite (andere Wand) hatte ich vor einigen Wochen schon bemerkt, dass die Rohre nur bis zu einer gewissen Tiefe heiß waren. Dazu muss man wissen, dass sämtliche Rohre in Schweden meist „auf Putz“ gelegt sind – zumindest bei so alten Häusern wie meinem.

Ich hatte es jetzt einfach hingenommen, dass der Heizkörper nicht warm wird und wollte an dem naheliegenden Abfluss des Heizungsrohres aber auch nicht Rumschrauben um ggf. Dreck herauszubekommen. Immerhin ist das Wasser in der Heizung heiß und der Verschluss sah nicht so aus, als ob er in den letzten 20 Jahren benutzt wurde. Also lieber eine Heizung im Keller die nicht warm wird, als überall im Haus keine Heizung, weil ich den Verschluss nicht mehr dicht bekomme…

Ein bisschen rächt sich jetzt, dass der Schornsteinfeger gestern nicht so gesprächig war, denn vielleicht hat er ja irgendwas beim Reinigen in/um/am Heizungskessel getan, was dann dafür gesorgt hat, dass plötzlich die gesamte Heizleistung in den Heizkörpern ankommt. Vielleicht war aber tatsächlich die eine Leitung etwas verstopft und das hat sich nun gelöst und somit dafür gesorgt, dass das heiße Wasser viel besser zirkuliert.

Wobei ich mir beide Möglichkeiten nicht so recht erklären kann. Ich bin aber auch kein Heizungsexperte. Zumindest fallen irgendwelche Computerfehler oder so weg, denn der Pellet-Ofen im Keller ist so alt, dass es da bis auf zwei Leuchtdioden und einem Bimetallthermostat wirklich nichts gibt, was man einstellen könnte.

Es bleibt mir also nichts weiter übrig, als die angenehme Wärme hinzunehmen und zu beobachten, was sich in den nächsten Tagen und Wochen noch so tun wird.

Ruhige Schweden

Pünktlich um 8:30 Uhr parkte der Schornsteinfeger heute morgen vor dem Haus. Ich hatte die Leiter schon ans Haus gestellt, damit er auf’s Dach kommt und der Pelletofen selbst war bereits seit dem Vorabend aus.

Durch die Außentemperatur von -1 Grad war es entsprechend etwas kühler im Haus – meine Bettwärme verhinderte aber Schlimmeres. Der Schornsteinfeger war auch nur etwa 20 Minuten hier, danach konnte ich die Heizung also wieder anwerfen.

Insgesamt hat mir der ganze Vorgang aber mal wieder gezeigt, warum ich so gut hier hin passe: die Schweden sind auch lieber für sich und vermeiden offenbar überflüssige Kontakte und Geplauder. Gut, es könnte auch daran liegen, dass ich kaum Schwedisch spreche, aber den Schornsteinfeger hat das auch nicht gestört und auf meine auf Englisch formulierten Fragen, einfach auf Schwedisch geantwortet.

Und ab und zu konnte ich zwischendurch aus dem Keller ein paar Gesprächsfetzen aufschnappen – er war aber garantiert alleine da unten. Zumindest dieser Schornsteinfeger hat also ganz gerne mit sich selbst geredet. Nachdem er dann auch im Keller fertig war, packte er seine Sachen, setzte sich in sein Auto und fuhr einfach weiter zum nächsten Haus.

Ganz nach meinem Geschmack ohne peinliches Verabschiedungsgestammel auszutauschen.