Russisches Kino: Night Watch (Nochnoy dozor)

Hier ist „russisches Kino“ im Sinne von: DVD mit russischer Tonspur und englischen Untertiteln zu verstehen. Ansonsten hätte ich wohl garnichts verstanden. Der Film versteht sich als erster Teil einer Trilogie, die Story von Nightwatch ist in sich zwar geschlossen, es bleiben aber eine Menge Fragen offen, die dann wohl in den nächsten Teilen weiter erzählt werden.

Das Neunvoltblog hat es so schön beschrieben: „Hanebüchene Story aus Versatzstücken von Matrix, Fight Club und Star Wars“. Wobei ich hanebüchen garnicht mal nur negativ belegt sehen möchte. Der Film ist ziemlich blutig, steckt aber voller netter Ideen (die Szene, mit der „Vollbremsung“ des rasenden, gelben LKW ziemlich am Anfang, hat der Regisseur bestimmt noch aus der Kindheit mitgenommen). Im Dezember wird der zweite Teil in die russischen Kinos kommen, ich habe den Kollegen hier bereits gesagt, dass ich die DVD danach auf jeden Fall haben will – ich will wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Und Hollywood plant nun wohl auch, das Buch von Sergei Lukyanenko zu verfilmen. Vielleicht sollte ich mir das Buch (Deutsche Übersetzung: Wächter der Nacht) auch noch zulegen.

Honeymoon in St. Petersburg

Heute morgen habe ich beim Frühstück im Hotel ein junges Pärchen aus Frankreich kennengelernt. Beiden war das russische Frühstück mit löslichem Kaffee, Spiegelei/Omelette und Würstchen ähnlich suspekt wie mir. Aber trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass ihre Hochzeitsreise dadurch beeinträchtigt wurde. Vielmehr wurde mit zwei Tütchen Nescafe Gold, einer Spru heißem Wasser und viel Kondensmilch ein wenig Heimatgefühl in Form eines Café au lait zubereitet.

Vom Erlebnis St. Petersburg wird man sicherlich bleibende Eindrücke mitnehmen. Denn neben vielen seltsamen Momenten gibt es hier auch eine Menge eindrucksvoller Architektur und geschichtsträchtige Plätze zu entdecken. Ich hoffe, dass das nun wieder besser gewordene Wetter (wenn es auch dauerhaft so um die 5 Grad kalt ist), am Wochenende hält und ich am Samstag nach Puschkin fahren kann. Der Katharinenpalast und die Gärten sollen auch im Herbst sehr eindrucksvoll sein. Ich freue mich schon auf die Zugfahrt…

Mein erster Podcast: (fast) ohne Erinnerung

Was man nicht so alles tut, wenn man fernab der Heimat nicht auf die bekannten Zerstreuungsmechanismen zurückgreifen kann. So habe ich mir heute meinen ersten Podcast angehört. Die Ehre dieses zweifelhaften Vergnügens gebührt Johnny von Spreeblick.

Technisch nicht schlecht, aber halt ein Podcast, was dann natürlich sofort dazu führte, dass ich nebenbei noch andere Dinge tat und nur ein wenig Geplänkel zu seinem Schreibtisch mitbekam. Tja, das soll nun der neue Hype werden? Ich bleibe da skeptisch.

Ach ja, das Musikrätsel meine ich auch erkannt zu haben. Für irgendwas muss dieser Beitrag ja noch gut sein…

Ein paar Gedanken zu St. Petersburg

Ich bin jetzt seit einer Woche hier, zwei weitere werden folgen und so langsam wird das Wetter ungemütlich. Die Heizung springt wohl erst im November an, trotzdem sitze ich hier mit einer Tasse heißem Wasser um mir ab und zu mal die Hände zu wärmen. Wenn mein Powerbook genug zu tun hat, ist auch das schön warm…

Einen Heizstrahler für das Büro zu kaufen scheiterte bisher daran, dass man ein Auto benötigen würde, um einen zu kaufen und ins Büro bringen zu können. Ich werde dem Kollegen hier mal das Konzept der Mietwagen erläutern…

Ansonsten fühle ich mich hier recht wohl, inzwischen kann ich fast alle Buchstaben entziffern, was mir sehr dabei hilft, mich wenigstens ein bisschen in der Stadt zu orientieren. So hat das U-Bahn fahren inzwischen nichts beklemmendes mehr: wo werde ich wohl ankommen? Beeindruckend auch, wie tief unter der Erde die U-Bahn hier fährt. Mit einer nicht langsamen Rolltreppe benötigt man 2 Minuten und 28 Sekunden für den Weg nach unten.

DVDs und CDs gibt es hier übrigens in jede Menge Läden und kleinen Verschlägen am Bahnhof zu spottbilligen Preisen. Bei etwa 3,- Euro pro DVD darf man sich dann auch nicht beschweren, wenn mal die Farbe ausfällt, oder ein englischsprachiger Hinweis erscheint, der die DVD als Promotion-DVD ausweist und diese weder Verliehen noch Verkauft werden dürfte. Aber das scheint hier niemanden zu interessieren. Mal sehen, wie ich in den nächsten zwei Wochen herausfinde, ob ich mit Problemen rechnen muss, wenn ich die DVDs mit nach Deutschland bringe.

An das Frühstück im Hotel (zwei Spiegeleier und eine Bratwurst), habe ich mich inzwischen gewöhnt, das liegt aber auch an der seltsamen Vorstellung von Marmelade, die dort vorherrscht.