Belly Off 3 – Startschuss

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In Zeiten der Nudeldicken Deern ist es gar nicht so einfach, sich für so ein Projekt wie Belly Off 3 durchzuringen.

Und so lüge ich mir selbst in die Tasche und sage mir, dass ich in erster Linie meine Lebens- und Essgewohnheiten ändern will und das Gewicht (und der Bauch!) gar keine so große (haha!) Rolle spielen.

Ich mag „künstlichen“ Sport nicht. Dazu zählt jede Aktivität im Fitnessstudio und leider auch meine Rudermaschine zuhause. Wenn ich Laufen, Radfahren oder Rudern will, dann will ich dabei verdammt noch mal auch irgendeine Strecke zurücklegen – was sehen.

Zum Glück gehe ich sehr gerne Spazieren, bei Städtereisen auch gerne so lange bis mir nach ein paar Tagen die Füße so weh tun, dass ich dann doch auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreife. Aber immerhin ist das eine Form der Bewegung, die mich wirklich nicht viel Aufwand kostet und bei jedem Wetter durchzuführen ist.

Anfang 2012 wohnte ich noch in Köln und musste morgens erst mal knapp 10 Minuten zu Fuß zur Stadtbahn. Das habe ich dann so ausgeweitet, dass ich morgens 40 Minuten zur übernächsten Station zu Fuß ging – und abends genau umgekehrt. Das war schon sehr gut! Mit dem Umzug nach Bonn wurden die 2 x 40 Minuten Fußweg täglich durch 2 x 15 Minuten Fahrradfahren (zum Büro) abgelöst. Auch nicht verkehrt.

Hier in Schweden sitze ich aber im Homeoffice, es gibt keinen Grund für mich zu Fuß unterwegs zu sein. Und im Dezember in Bonn war ich auch nicht mehr mit dem Fahrrad unterwegs. Seit ein paar Tagen gehe ich nun aber auch hier jeden Abend für mindestens 30 Minuten spazieren. Ich muss mir dafür einfach die Zeit nehmen.

Und dann ist da das Essen: mit ein wenig Stolz und peinlicher Berührtheit kann ich sagen, dass ich in den letzten 2 Wochen weder auf Pizza noch auf Cola so richtig Appetit hatte – wobei ich am Wochenende trotzdem mal wieder ein Pizza gegessen und Cola dazu getrunken habe. Aber ich glaube, ich bin jetzt erst mal in der Pizza- und Cola-freien Zone angekommen. Das finde ich super!

Der Appetit auf Burger (von MAX) ist nach wie vor da, bisher habe ich mich aber zurückhalten können. Das liegt sicherlich daran, dass ich erst mal 30 Minuten mit dem Auto unterwegs sein müsste, um den nächsten MAX zu erreichen… In Bonn sind die nächsten McDonalds und BurgerKing leider nicht so weit weg, aber zum Glück auch nicht so lecker.

Ich will mir ja auch nicht jeden Genuss verbieten, aber zum einen ist viel auch Gewohnheit und gerade bei Burgern ist das eh so eine Sache: ich bin eigentlich kein großer Fan von Pommes und trotzdem bestellt man immer das Menü und isst dann natürlich auch Pommes dazu. Und ja: Cola gehörte für mich bisher immer zu einem Burger dazu. Ich werde aber mal versuchen, diese Gewohnheit zu ändern und nur einen Burger bestellen und dazu Sprudelwasser – trinke ich auch sehr gerne und eigentlich auch zu jeder Gelegenheit. So wie andere Leute Kaffee zum Frühstück oder Kuchen essen, gab es bei mir immer Sprudelwasser, da ich Kaffee nicht so viel abgewinnen kann.

Und noch zwei Dinge zu Gewohnheiten: als Jugendlicher mochte ich eine bestimmte Tiefkühllasagne für mein Leben gern. Wenn ich die Wahl hatte, was ich essen wollte, hab es diese Lasagne. Es gab einfach nichts besseres. Und dann war ich irgendwann mal krank – eine gewöhnliche Erkältung, meine ich – und nach dieser Woche hatte ich einfach keinen Appetit mehr auf die Lasagne. Ich habe sie danach noch mal probiert, aber so richtig gut schmeckte sie nicht mehr. Ich habe keine Ahnung, warum das so war, aber seitdem ist mir bewusst geworden, dass meine Essensgewohnheiten wirklich nur das sind: Gewohnheiten.

Der andere Punkt betrifft dann eher wieder dieses Projekt hier: Belly Off. Mit 20 Jahren wog ich bei identischer Körpergröße (ach was!) gut 25 kg weniger. OK, die damals 76 kg bei 1,85 cm waren schon eher an der unteren Grenze, aber der Leistungssport kostete einfach unheimlich viele Kalorien. Im Schnitt habe ich seitdem ein wenig mehr als 1 kg pro Jahr zugenommen. Und auch im Rückblick kann ich nicht wirklich sagen, dass in einem bestimmten Jahr die Kilos nur so dazugekommen sind. Es wäre nun also illusorisch zu glauben, dass sich innerhalb der nächsten 12 Wochen groß etwas ändern könnte. Das Ziel sollten eher die nächsten 5 Jahre sein. Und da will ich einfach nicht auf irgendetwas verzichten, auf das ich in dem Moment Hunger habe. Oder bei einer Grillparty irgendwelche Nudelsalate verschmähen, nur weil die evtl. zu viel Mayonnaise beinhalten könnten. Das wäre eine sehr düstere Zukunft.

Vielmehr will ich meine Ernährung und meine Bewegung meiner Lebenssituation anpassen. Es macht mich krank darüber nachzudenken, wie wenig man sich eigentlich körperlich bewegt, wenn man einen Bürojob hat. Das muss einfach ausgeglichen werden. Und was das Essen angeht: hier muss ich einfach besser den Unterschied zwischen Hunger und Appetit herausfinden und mich nach Alternativen für den Appetit umsehen. Ich bin leider kein großer Obstfreund, aber seit zwei Wochen habe ich angefangen Tee zu trinken (ohne Zucker oder Milch). Das scheint auch schon mal ganz gut zu funktionieren.

Zum Schluß noch das geforderte Foto und das offizielle Startgewicht: 101 kg

bof3

Weitere Teilnehmer (wird im Laufe des Tages ergänzt):
MC Winkel, Jan, Dirk Steins, Uli, Marco, Natascha, Mathis, Fairy, Sebastian Michalke, Lomomo, Jan, riboerny, Maik, Guddy, ilovechaos, Mokkaauge, Petra, Stefan, Matthias, Anni, Rebecca, Marco, derby, Rap’n Blues, Nille, Matzel, shadow, mocca, Hermann, Lenny_und_Karl, Oliver, chliitierchnuebler, Tyler, Antje, RA Schmenger, Kaal, Carsten und Thomas, Mina, Michelle, Caro, Frau K., gelrueb, SAN, Flyerzwomille, Andreas, Nebelfrosch, Hucki, Julia, Dr. Sheldon Harper, Thomas, dentaku, Steffi, Mark Olan, Kai, Matze, Mary Malloy, Ulrike, Gürtel, Stiller, Nicole, Corinna, Frances Ligeia, Frank, Tobias Kraus

Autofahren im Schnee

In den letzten Tagen hat es hier mäßig geschneit, aber ziemlich durchgehend, so dass ich heute morgen erst mal die Zufahrt zum Haus freischaufeln durfte – stand doch der wöchentliche Einkauf an.

So sahen die Landstrassen aus, die Autobahn war aber auch nicht viel besser. Durch mehr Verkehr gab es dort aber zumindest eine besser sichtbare Fahrspur. Das Tempo in dem Video liegt zwischen 70 km/h und 80 km/h. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Strecke wechselt zwischen 80 km/h und 90 km/h, normalerweise wird dann so 100 km/h bis 110 km/h gefahren.

Ich scheine mit meinem Tempo für schwedische Verhältnisse nicht zu langsam gewesen sein, lediglich auf der Rückfahrt wurde ich einmal auf der Landstrasse überholt. Aber der war eh ein bisschen verrückt: nachdem er wieder vor mir einscherte, begann er sofort rechts zu blinken und bog 100m weiter in Ralley-Manier rechts ab – natürlich mit einem alten Volvo Kombi.

Insgesamt lässt den gemeinen Schweden das aktuelle Wetter ziemlich kalt: sie fahren weiterhin mit Ihren Anhängern durch die Gegend :)

Und hier noch ein Foto vom Parkplatz des Supermarktes (City Gross) aus. Bei der Einfahrt ins Gelände fuhr man an ziemlich hohen Schneebergen, von der Räumung des Parkplatzes, vorbei – im Hintergrund kann man diese noch sehen.

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Einkaufen in Schweden

Ich wohne hier in einem kleinen Dörfchen mit gerade mal 650 Einwohnern (Quelle: Wikipedia – Påryd). Trotzdem hat der örtliche Supermarkt ICA täglich von 9-20 Uhr geöffnet (die auf der Website angegebenen Öffnungszeiten für Samstag und Sonntag stimmen nicht). Ja, auch sonntags!

Und nicht nur der Supermarkt hat sonntags geöffnet, auch IKEA, ein Baumarkt (Bauhaus), sowie andere Geschäfte haben sonntags großzügige Öffnungszeiten. In der Innenstadt der nächstgrößeren Stadt (Kalmar) sind die Geschäfte zwar nur vereinzelt geöffnet, aber grundsätzlich bin ich nicht mehr darauf angewiesen, zwingend am Samstag meine Einkäufe zu erledigen. Im Endeffekt ist das für mich ein zusätzlicher Tag in der Woche! Das ist einfach toll.

Und wie bei vielen anderen Sachen auch, sind die Schweden selbst beim Wochenendeinkauf sehr relaxt. Da macht es einem auch selbst nichts aus, beim großen Supermarkt (City Gross) ein wenig in der Kassenschlange zu stehen.

Vermeiden könnte ich diese Schlangen, wenn ich mich am Eingang mit einem Selbstscanner bewaffnen würde. Ich sollte mir mal die Zeit nehmen und das ausprobieren.

Ansonsten ist in Supermärkten noch auffällig, wie viele große Packungen es gibt. Das sind fast amerikanische Verhältnisse. Und was man auch häufig sieht: Artikel aus dem Ausland. Ohne schwedische Texte drauf. Höchstens Englisch. Manchmal aber auch nur die aus dem Herkunftsland – z.B. Deutschland. Solche Artikel würden in Deutschland sehr wahrscheinlich verschmäht werden (wenn es sich nicht um eine ausgewiesene „Exoten-Ecke“ im Supermarkt handeln würde).

Schweden scheint hier aber wesentlich toleranter und internationaler zu sein. Das hat zur Folge (oder ist die Folge von…), dass man hier wirklich mit fast jedem auf Englisch reden kann. Man geht hier viel selbstverständlicher mit Fremdsprachen und „Fremden“ um, habe ich den Eindruck.

Insgesamt ist das Einkaufen hier unkompliziert und entspannt. Die Möglichkeit am Sonntag einkaufen zu können finde ich fast schon unverzichtbar.

Das Erste Mal: VHS-Kurs

So, jetzt bin ich also für den VHS-Kurs Schwedisch für Anfänger angemeldet.

Bleibt noch ein wenig Zeit zu überlegen, ob ich pünktlich zum ersten Termin nach Bonn zurückkehre, oder die ersten zwei Stunden alleine mit dem Lehrbuch verbringe. Eigentlich wollte ich ja bis Ende Februar hier bleiben, um die Heizung im Blick zu haben.

Und das Ende des Kurses ist kurz vor Mittsommer – auch nicht ideal. Aber ich brauche unbedingt einen Anfängerkurs um mich in die Sprache reinzufuchsen. Anschliessend denke ich schon, dass ich auch alleine ganz gut weiter komme – gerade wenn ich hier bin. Beim Lesen im Supermarkt kann man eh schon viel erahnen und schwedisches Fernsehen empfange ich hier ja auch.

Der Anfang ist jedenfalls gemacht! :)