Bewegungsarmut

Im letzten Jahr habe ich eigentlich recht viel Bewegung gehabt: nicht nur mit Laufen und Radfahren, aber auch mit Umbauarbeiten und Rasenmähen – ja, tatsächlich! Gerade Rasenmähen ist bei 1.500 Quadratmeter Grundstück gar nicht mal mit so wenig Bewegung verbunden.

Im Moment sieht das aber ziemlich düster aus. Das liegt auch daran, dass die Tage hier immer noch sehr kurz und die Straßen kaum beleuchtet sind. Das, und die doch ganz schön niedrigen Temperaturen machen Joggen außerhalb der Arbeitszeiten ziemlich unmöglich und das Fahrradfahren sehr ungemütlich. Da blieb in den letzten Wochen nur Spazieren gehen. Das geht – mit Warnweste und Handschuhen ausgestattet – auch spätabends.

Viel mehr als 40 Minuten sind da aber auch nicht drin, wenn man nicht gleich mehrere Runden hier im Dorf drehen möchte. Entsprechend ist das alles zwar besser als nichts, aber doch ziemlich wenig. Auf viel mehr als 400 Bewegungskalorien (laut Apple Watch), komme ich aktuell nicht.

Das wird sich hoffentlich ab morgen ändern, da ich mich vorhin endlich mal aufgerafft habe, und das Rennrad auf den Rollentrainer im Keller montiert habe. Dort kann ich dann ab morgen ganz unabhängig von Wetter und Uhrzeit gegen die Bewegungsarmut ankämpfen. Und so auch ein bisschen vortrainieren um dann so im März/April wieder raus auf die Straße zu können.

Die drei Sonnen, Teil 3 (Buch)

Fast hätte ich es nicht mehr rechtzeitig geschafft, meinen täglichen Blogbeitrag für heute zu schreiben, da ich unbedingt noch das dritte Buch der „Die drei Sonnen“-Reihe lesen musste: Death’s End. Zum ersten und zweiten Buch hatte ich in den letzten Wochen ja bereits etwas geschrieben.

Bei der Besprechung des zweiten Buches, habe ich am Ende geschrieben: Eigentlich kann das dritte Buch gar nicht an meine Vorfreude heran reichen. Und es war auch so, dass ich bei gut dem ersten Drittel recht enttäuscht war, weil die Geschichte nicht nahtlos an das zweite Buch anknüpfte. Im Nachhinein muss man aber festhalten, dass alles, was dort beschrieben wurde, schon Hand und Fuß hat, was die gesamte Geschichte des dritten Buches angeht.

Die letzten knapp 40 Seiten sind ganz schön abgehoben, aber wenn ich mal so zurück denke, worum es in dem ersten Buch ging, hat sich das Tempo ungeheuer gesteigert und ein wenig dreht sich noch alles im Kopf, weil so viele Ideen und Theorien angesprochen und oftmals auch durchlebt wurden. Ich muss mich dann auch daran erinnern, was für eine mediale Aufmerksamkeit das erste Buch bekommen hatte und wie unscheinbar dieses Buch eigentlich ist, wenn man den weiteren Verlauf der Geschichte nun kennt. Ich kann nur alle bedauern, die auf die deutsche Übersetzung des zweiten und dritten Buches warten. Das dauert ja tatsächlich noch Jahre, bis die erscheinen.

Ich muss mir jetzt jedenfalls erst mal neuen Lesestoff besorgen, der an diese Geschichte heranreichen kann. Das wird gar nicht so einfach, glaube ich.

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Noch mehr schwedische Gemütlichkeit

Schweden ist wirklich ein ruhiges Land. Und damit meine ich nicht nur die Akustik, sondern vor allem die Art der Menschen. Vor zwei Wochen war jemand vom regionalen Stromanbieter hier um mir zu sagen, dass sie in der darauffolgenden Woche an der Straße vor meinem Haus irgendwelche Arbeiten vornehmen würden.

Ich hatte gar nicht verstanden, warum mir das mitgeteilt wurde, da auf meine Nachfrage hin verneint wurde, dass ich irgendwas machen müsste, oder sonstwie etwas beachten sollte. Die Gemütlichkeit lag schließlich darin, dass sie in dieser Woche nicht hier waren, dafür aber heute früh noch mal, um mir mitzuteilen, dass sie wahrscheinlich nächste Woche Montag oder Dienstag vorbeikommen würden.

Erstaunlicherweise fing der Mann heute auch direkt in einem ziemlich gutem Deutsch an mit mir zu sprechen. Dass ich aus Deutschland komme, hatte ich ihm vor zwei Wochen schon gesagt, da hatten wir aber einfach auf Englisch weiter gesprochen. Jedenfalls wurde ich heute gefragt, ob es in Ordnung wäre, wenn die sich in meine Einfahrt stellen würden, während sie einen Strommast erneuern.

Ich bin bei solchen Fragen immer ziemlich skeptisch, denn warum sollte da irgendjemand nicht seine Zustimmung für geben? Kommen die mit so schwerem Gerät, dass meine ganze Einfahrt komplett umgepflügt wird, oder wo ist da der Pferdefuß an der Sache? Ich hatte auch erst gedacht, dass die da über Nacht was stehen lassen wollten – was mir aber auch egal wäre, da ich eigentlich höchstens am Wochenende mit dem Auto fahre. Aber als ich das erwähnte, meinten die drei (der Deutsch sprechende Mann und zwei Kollegen in Arbeitsmontur) nur, dass ich ja auch Bescheid sagen könnte, wenn ich mit dem Auto raus müsste, während die da sind.

Und sie müssten wahrscheinlich den Strom abstellen, was aber ja auch nicht so wild ist, da ich eh mit einem Notebook arbeite und ich in der Zeit halt über das Handynetz Internet für meinen Rechner bereitstelle. Mich lässt so eine Begegnung immer ein wenig grübelnd zurück.

Da die in den letzten Wochen eh schon hier in der Gegend arbeiten, hatte ich immer mal wieder damit gerechnet, einen Zettel im Briefkasten zu finden, mit dem mir mitgeteilt würde, wann gearbeitet wird und dass dann der Strom abgestellt wird. Aber nix. Die kommen einfach vorbei und erzählen Dir das. Seltsam. Oder eben: gemütloch.

Sneaky Pete (Amazon Serie)

Wer Filme wie Oceans 11 oder die Serie Hustle mochte, wird auch an der Amazon-Serie Sneaky Pete seine Freude haben. Für mich kam die Serie irgendwie unverhofft, da ich mir die Amazon-Piloten meistens nicht anschaue, da es dann immer ein paar Monate dauert, bis es weiter geht – wenn es denn weiter geht.

Umso größer war also meine Überraschung, als diese Serie plötzlich aus dem (für mich) Nichts kam. Die ersten drei Folgen waren interessant genug, dass ich dran blieb, dann kam eine kurze Phase des Fremdschämens: wenn Leute sich immer weiter in ihre Ausreden und Lügen verstricken, werde ich immer wahnsinnig. Zum Glück nahm das aber keine größeren Ausmaße an. Es zeichnete sich sogar langsam die übergreifende Story ab, die Schauspieler sind größtenteils eh bekannt und toll, so dass ich die Serie bis zu ihrem Ende dann noch entspannt genießen konnte.

Und nur weil ich oben Hustle erwähnt habe: in Sneaky Pete wird nicht in jeder Folge ein krummes Ding gedreht. Die ganzen 10 Folgen über wird eine lange, unterhaltsame Geschichte erzählt.