Die unheimliche Macht des Steve Jobs

Ja, ich mag Apple und bin froh, dass Steve Jobs dort das sagen hat. Aber unheimlich ist es schon, wie viel Macht dieser Mann hat: vor knapp zwei Monaten sprach er sich gegen DRM aus und heute erkennt das erste Musiklabel die Zeichen der Zeit. EMI bietet seine Musik nun auch von DRM befreit an. Dass dabei ein Aufpreis auf den ursprünglichen Preis pro Song gezahlt werden muss (1,29 $ statt 0,99 $ – in Europa wahrscheinlich genauso) kann durchaus kritisch beäugt werden.

Ich denke auch, dass dort die Preiserhöhung durchgesetzt wurde, die die Musikindustrie schon länger fordert. Andererseits gilt dies aber auch nur für Einzeltitel, ganze Alben werden weiterhin für den gleichen Preis angeboten.

Es ist ja nun wirklich keine neue Erkenntnis, dass DRM nicht im Interesse des Konsumenten ist und es sind keine Sony Rootkit Affären, oder sonstige Dinge, die von Konsumenten ausgesprochen werden, die die Musikindustrie zum Umdenken bringt. Letztendlich tritt Steve Jobs auf einer Pressekonferenz auf, um das Ende von DRM (wenn man jetzt mal positiv in die Zukunft denkt und hofft, dass andere Labels nachziehen) zu verkünden. Schön für Apple und Steve Jobs, aber mal wieder ein Schlag ins Gesicht der Konsumenten.

Naja, das lernen die auch noch irgendwann…

Respekt vor den Briten

Wenn ich das hier, über die 15 britischen Gefangenen lese, bin ich irgendwie froh, dass es keine amerikanischen Soldaten sind. Meiner Meinung nach macht es die britische Regierung genau richtig, indem sie zwar entschlossen auf die Provokation reagiert, der iranischen Führung aber nicht den Gefallen tut und mit hochrotem Kopf voran stürmt.

Die, im gleichen Beitrag veröffentlichten, Äußerungen der US amerikanischen Seite klingen da schon wieder sehr viel mehr nach Einbahnstraße. Da wäre kein Platz für diplomatische Verhandlungen.

Irgendwie paradox an der ganzen Sache ist ja auch, dass die Iraner nun „Geständnisse“ präsentieren, die mindestens so skeptisch zu betrachten sind, wie die der Guntanamo-Häftlinge. Nur dass Briten und US-Amerikaner sich an dieser Stelle entrüstet zeigen. Vielleicht weil sie genau wissen, wie viel Substanz solche Geständnisse haben?

Gesucht: „Herr Susi“

Herr Susi / Thomas Glavinic

Kann mir jemand das Buch Herr Susi von Thomas Glavinic besorgen? Gerne auch gebraucht, wenn es nicht zu schäbig ist…

Den Kritken zufolge soll es nicht sooo gut gewesen sein, aber aufgrund meiner Sammelleidenschaft möchte ich es trotzdem gerne besitzen und lesen – möglichst in dieser Reihenfolge.

LinkedIn in Deutschland ist tot

Erinnert sich noch jemand an die LinkedIn-Offerte von Ende November 2006? Relativ unwahrscheinlich, denn selbst die Seite mit dem Angebot zum Marteintritt ist nicht mehr aufrufbar.

Vielleicht war die Aktion ja tatsächlich schon Ende Februar beendet, aber dann müsste ja auch so langsam mal kommuniziert werden, wer nun gewinnt. Überhaupt Kommunikation: nach der damals etwas sehr seltsamen Massenmail (wie kam Konstantin Guericke an meine E-Mail Adresse?) kam gar nichts mehr. Kein Zwischenstand, der hätte Auskunft darüber geben können, wie man in der Liste steht, keine Tips, wie man Freunden und Bekannten LinkedIn näher bringen könnte, nichts.

Außer dieser einen Mail findet man auch nichts deutschsprachiges bei LinkedIn.com – LinkedIn.de gehört immer noch Nico Lumma / New Media Management GmbH – und auch sonst hat man nichts mehr von einem wirklichen Markteintritt LinkedIns in Deutschland gehört.

Es wäre ja interessant gewesen zu sehen, ob das eher professionell ausgerichtete Konzept von LinkedIn (keine Photos der Personen; Verbindungen können nur zu persönlich bekannten Personen, oder aber über Empfehlungen hergestellt werden) in Deutschland eine Chance gegen die Kontaktwebsite für High-Potentials (OpenBC/Xing) gehabt hätte. Denn so lange man hierzulande die Qualität von Bewerbungsmappen anhand des Passphotos beurteilt, wäre das wirklich interessant geworden.

So aber sieht es aus, als ob LinkedIn erst garnicht auf dem deutschsprachigen Markt antritt.

Eigentlich egal.