User Generated Chronik

Beim Anschauen dieses Vortrages von Clay Shirky ist eine Idee gewachsen, die ich schon länger im Kopf habe. Ursprünglich als eine Art Stadt-Wiki gedacht, würde ich nun eigentlich gerne eine Art User Generated Chronik sehen wollen.

Die Seite sollte sehr einfach sein und zwei Navigationsebenen besitzen: zum einen die Zeit und zum anderen den Ort. Weniger wichtig sind dann Kategorien der Beiträge und sollten deshalb erst nach weiteren Aktionen des Users zu sehen sein.

Es soll möglich sein, sich vergangene Sachen anzuschauen, aktuelle (so etwas wie News, oder „was passiert heute“), sowie zukünftige Ereignisse. Letzteres wäre dann eine Art Veranstaltungskalender.

Jeder sollte Sachen hinzufügen können und dabei geht es gar nicht um historische Präzision, sondern mehr um Friseurgeschichten, also ganz persönliche Erlebnisse. Wie war das an dem Tag, als die Nichte geboren wurde, oder man den Führerschein gemacht hat?

Durch das Navigieren durch Ort und Zeit kann man so vielleicht auch in größeren Städten die Dorfgespräche übertragen: was passierte alles so Karneval in der Nachkriegszeit in Bonn? Oder wie war die Stimmung in München kurz vor der Olympiade 1972? Und wie nach den schrecklichen Ereignissen vom 5. September 1972?

Die Wikipedia hat so etwas schon ansatzweise, aber sehr abgeklärt und ohne Emotionen. Ich würde gerne erlebte Geschichte sehen und auch unterschiedliche Auffassungen zu gleichen Ereignissen. Kommentieren von Beiträgen sollte also auf jeden Fall auch möglich sein.

Vielleicht wäre das mal ein Projekt, bei dem man Googles AppEngine ausprobieren kann. Um Wachstumsprobleme müsste man sich dann jedenfalls keine Gedanken machen…

Rendition – Machtlos

Rendition - Machtlos

Der eindeutig schwächste und langweiligste Film des Wochenendes. So langweilig, dass ich nach der Hälfte nur noch mit dem schnellen Vorlauf beschäftigt war.

Die amerikanische Filmindustrie scheint ein wirklich schlechtes Gewissen zu haben, was die aktuelle Außenpolitik ihres Landes betrifft. Aber langsam werden die Stereotypen langweilig. Wir wissen, wer die Guten und wer die Bösen sind und wie die US-Politik in Washington funktioniert – zumindest die Hollywood-Variante davon.

Ich werde auf eure Gräber spucken

Ich werde auf eure Gräber spucken - Boris Vian

Was für ein Buch! Ganz anders als Der Schaum der Tage, nicht so poetisch und phantastisch, dafür aber mit sehr viel Energie. Im Untertitel heißt es: ein amerikanischer Roman, was auch gleich schon einen Vorgeschmack auf den Zynismus des Buches leistet.

Boris Vian hatte eine Wette abgeschlossen, innerhalb weniger Wochen einen amerikanischen Roman zu schreiben: Sex & Crime. Es wurde 1947 zum größten Bestseller des französischen Buchhandels, wurde aber bald danach verboten und Vian mehrere Male angeklagt. Wer das Buch gelesen hat, kann sich vorstellen, dass es 1947 für eine Menge Aufregung gesorgt hat.

Erst 1973 ist das Buch dann wieder erschienen und ich kann erahnen, warum ich das Buch nur im Marketplace vom Amazon bekam und nicht über Amazon direkt.

Ich bin sehr gespannt auf die anderen Bücher von Vian, die ich hier noch rumliegen habe…

We own the night – Helden der Nacht

We own the night - Helden der Nacht

Zu Beginn dachte ich ja noch, dass da jetzt die typische Guter Sohn – Schlechter Sohn Geschichte erzählt werden soll, aber das ändert sich doch ziemlich schnell und die Story verfinstert sich zusehenst.

Ein paar Seltsamheiten bleiben, aber insgesamt ein spannender Film mit eingängiger Atmosphäre.

Kleine Randnotiz: in dem Film wird ein Hotel in der Nähe des Kennedy-Airports erwähnt und auch gezeigt – zumindest der Bereich, wo die Autos vorfahren. Das gleiche Hotel war für einen Freund und mich die Herberge während unseres New York Aufenthaltes 1994.

Informationen zum Film bei IMDB und bei Amazon.de.