Schusswaffenbesitz

Ich schaue in letzter Zeit vielleicht ein bisschen zu viel Boston Legal, aber darüber nachgedacht habe ich früher auch schon: wenn in Deutschland der Besitz von Schusswaffen so unreguliert wäre, wie in den USA, ich glaube, dass ich eine hätte.

Und dabei fühle ich mich nicht einmal bedroht. Ist das, weil der Besitz in Deutschland nicht erlaubt ist und daher den Reiz des Verbotenen umgibt? Ich habe zuletzt als Jugendlicher auf dem Jahrmarkt mit einem Luftgewehr auf Plastikrosen geschossen – und einmal auf einer Messe mit einer Waffe der Polizei auf eine Zielscheibe. Da war ich auch höchstens 15 oder 16 und ich war erschrocken, wie sensibel der Abzug reagiert: kaum berührt, war der Schuss auch schon ausgelöst. Kein Vergleich zur Mechanik der Spielzeugpistolen aus der Karnevalszeit.

Ist das jetzt verwerflich, oder ist das wie mit dem Küchenmesser und dem Auto: beide können töten, wenn man sie nur entsprechend benutzt.

5 Gedanken zu „Schusswaffenbesitz

  1. Ich habe seit dem Wehrdienst-Ende vor 25 Jahren keine Schusswaffe mehr in Händen gehabt, aber ich kann den Reiz der Sache immer noch nachvollziehen – und zwar völlig losgelöst von Fragen meiner persönllichen Sicherheit und Bedrohungslage. Aber ob ich wirklich eine Waffe besitzen wollen würde, weiß ich nicht so recht. Allein die Tatsache, dass eine Waffe da ist, erhöht halt schon die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch benutzt wird.

  2. Ich habe gerade nicht die Muße, da länger drauf einzugehen. Allerdings hinkt der Vergleich mit dem Küchenmesser und dem Auto m. E. doch gewaltig. Beide erfüllen normalerweise einen ganz anderen Zweck und _können_ zum Verletzen/Töten zweckentfremdet werden. Mit dem Argument könnte man dann allerdings auch Hämmer, Bowlingkugeln etc. anführen. Eine Schusswaffe jedoch hat keine andere Funktion als zu töten.

  3. Ja, der Vergleich hinkt – gewaltig.

    In den USA scheint es (zumindest was man aus Filmen und Serien kennt – und die können gewaltig täuschen) so zu sein, dass das Schiessen auf einem Schiesstand ziemlich „normal“ ist. So eine „Kultur“ gibt es hierzulande nicht. Entsprechend finde ich es noch schwieriger für mich auszumachen, ob ich mir – als US-Bürger – eine Waffe zulegen würde, oder nicht.

    Vielleicht läge dann der Reiz darin, dieser Freiheit nicht wahrzunehmen, als Form des Ausdrucks der eigenen Meinung. In Deutschland haben wir diese Freiheit nicht. Und das nur als Feststellung, ohne Wertung.

    Es ist in den USA wohl außerdem so (sorry, leider nur Boston Legal Laienwissen), dass man zwar eine Waffe besitzen darf (zuhause), das Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit jedoch reglementiert ist.

    Das nur als weiteres Futter für das Gedankenexperiment.

    Ich habe übrigens den Zivildienst gewählt, jedoch nicht als Protest gegen Waffen, sondern gegen Krieg.

  4. Naja, eine Schusswaffe hat schon noch andere Funktionen, als das Töten, Sportgerät zum Beispiel, also Mittel zum Freizeitspaß.

    Ich bin Sportschütze (IPSC) und habe Schusswaffen zuhause – natürlich im Tresor. Und die Wahrscheinlichkeit, daß sie zu anderen Zwecken, als sportlichen Zwecken genutzt werden, ist nicht durch die Tatsache erhöht, daß diese Waffen sich in meinem Haushalt befinden. Das lange Küchenmesser oder die 2kg MagLite stehen schneller zur Verfügung, falls man sowas braucht – was ich hoffentlich niemals erleben werde!

    Es gibt einen Grundsatz, den ich für den Gebrauch dieser Waffen – neben dem sportlichen Gebrauch – gefasst habe: was sich nächtens in Wohnzimmer abspielt, ist mit sch..egal und wird von der Versicherung reguliert. Setzt einer der bösen Buben auch nur einen Fuß auf die unterste Stufe der Treppe nach oben zu den Schlafzimmern und den Kinderzimmern, verlässt er das Haus nicht mehr ohne „Hilfestellung“…

  5. Privtes Kampfrüsten ist meiner Meinung nach keine Lösung des Problems, sondern die Fortsetzung.

    Aber anders gesagt: ich persönlich glaube nicht, dass man überhaupt jemals zuviel „Boston Legal“ gucken könnte! ,-)

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