Sonntagsgedicht

Ich wollte, ich wäre Staub auf der Straße
und die Füße der Armen stampften auf mir herum…

Ich wollte, ich wäre die strömenden Flüsse
und die Wäscherinnen stünden an meinem Ufer…

Ich wollte, ich wäre die Weiden am Ufer des Flusses
und hätte nur über mir Himmel und unter mir Wasser…

Ich wollte, ich wäre der Esel des Müllers
und er schlüge mich und könne mich nicht entbehren…

Lieber das alles, als jemand sein, der durchs Leben geht,
hinter sich blick und Gewes’nes bedauert.

Fernando Pessoa

Überehrgeizige Leuchtmittel

Die vor etwa drei Monaten gekaufte Energiesparleuchte für 13,95 Euro nimmt seit gestern ihren Auftrag zu ernst, meine Energiekosten zu senken: sie verbraucht jetzt gar keinen Strom mehr.

Vielleicht sollte ich doch lieber auf die alten Kollegen umschwenken, die einfach nur ihren Job machen, ohne ein Gewissen zu entwickeln und plötzlich zum Erlöser der Menschheit werden zu wollen.

Nachtrag: Der Fachhändler hat die ehrgeizige Sparbirne anstandslos ausgetauscht. Danke, „van Dorp“!

Tomorrow und Cyberport: Same shit, different day

Gestern flatterte mir gleich doppelter Papiermüll in den Briefkasten. Alle paar Monate bereue ich es, bei Cyberport eingekauft zu haben und den nutzlosen Katalog im Briefkasten vorzufinden. Nutzlos deshalb, weil bei den meisten Artikeln die wirklich wichtigen Angaben gar nicht aufgeführt sind. So werden Monitore grundsätzlich ohne Angabe der Auflösung, sondern nur mit der Bildschirmdiagonale dargestellt. Was soll das?

Und gestern nun kam noch eine Ausgabe der Tomorrow dazu, dich ich gestern schon auf dem Zeitschriftenstapel in der Firma durchblättern konnte. Ich war ernsthaft besorgt, wer die denn wohl gekauft hätte, aber da die Firma ebenfalls schon einmal was bei Cyberport bestellt hat, wird der Müll dort ebenfalls über den Katalog Einzug gehalten haben.

Bei den Zahlen zur verbreiteten Auflage der Tomorrow sollte man für diese Ausgabe als sehr, sehr skeptisch sehen. Ansonsten hat das Heft die gleichen Probleme wie alle anderen ideenlose Magazine zum Thema Internet: einfaches Abdrucken von Screenshots eines Webportals, garniert mit einer Menge Produktvorstellungen und harmlosen Interviews sind nicht einmal ansatzweise so vielfältig und aktuell wie das Internet selbst. Man hat das Gefühl, eine Art TV-Spielfilm für das Internet in den Händen zu halten. Das zeigt nur wieder einmal, dass das Medium nicht verstanden wurde und statt dessen versucht wird, bekannte Konzepte weiter zu verwenden.

Wo bleibt der klickbare Link in der Cyberport-Post, um den Müll einfach abzubestellen?