Social Graph FooCamp – Resümeé

Der letzte Tag hat zwar noch nicht wirklich begonnen – gerade ist ein wenig Flurfunk mit Kaffee und ultrasüssen Teilchen AKA Frühstück – da heute aber praktisch nur bis zum Mittagessen Sessions stattfinden, nutze ich einfach gerade mal die Zeit für ein persönliches Fazit.

Wie vorgestern vielleicht schon ein wenig durchschimmerte, bin ich von der Qualität und Intensität einfach begeistert. Im Vergleich zu anderen BarCamps, die ich bisher besucht habe, war das Social Graph FooCamp natürlich alleine deshalb schon interessanter für mich, da es hier in jeder Session um Aspekte ging, die mit sozialen Netzwerken zu tun hatten. Dabei hat es natürlich auch seinen Reiz, gänzlich unbekannte Themenfelder im Rahmen eines offenen BarCamps zu besuchen.

Dieser Unterschied liegt also wirklich nur daran, dass das FooCamp hier einen thematischen Schwerpunkt hat. Andere Dinge, die mir aufgefallen sind, haben aber wohl eher mit der Kultur der BarCamps zu tun. So habe ich hier zum Beispiel nur zwei Sessions gesehen, bei denen ein Projektor genutzt wurde. Beide Sessions fand ich übrigens nicht wirklich spannend.

Alle anderen Sessions waren im Wesentlichen eine große Diskussionsrunde, bei der vorne zwei oder drei „Moderatoren“ die Diskussion ein wenig lenkten, oder Fragen beantwortet haben. Das war einfach großartig! Niemand war sich zu Schade, seine Erfahrungen zu bestimmten Themen einzubringen, die Diskussionen selbst führten sowohl dazu, dass alle besser verstanden, worum es geht und gleichzeitig die Teilnehmer insgesamt zu neuen Ideen kamen.

So etwas habe ich bisher bei noch keinem BarCamp in Deutschland erlebt. In London ging die Gestaltung der Sessions schon eher in diese Richtung, in den letzten zwei Tagen hier ist mir dieser Umstand aber besonders aufgefallen. Das mag wiederum mit der Themenbeschränkung zu tun haben und damit, dass alle Teilnehmer eingeladen wurden und somit grundsätzlich die Möglichkeit bestand, aktive Teilnehmer zu rekrutieren.

Wie dem auch immer sei, war dies für mich persönlich äußerst fruchtbar. Man merkt einfach, dass hier Leute anwesend waren, die das Thema Social Networks im Moment weltweit vorwärts bringen. Wenn Tantek Çelik hier durch den Quelltext einer Identoo-Profilseite geht und Tips gibt, was man mit Microformats besser machen kann, ist das irgendwie eine coole Sache. Genauso ist es toll, wie offen die Leute von Twitter, Plaxo oder Pownce darüber diskutieren, was aktuelle technische Probleme sind und wie was gelöst wird. Da gibt es einfach keine Angst, dass jemand hingeht und morgen eine Kopie des Services anbietet – dabei ist es sowieso illusorisch, dass man einfach eine Kopie eines bestehenden Diensten anbieten könnte und alles ist gut – zu dem Thema gibt es ja gerade in Deutschland genügend Beispiele.

Diese Offenheit ist auch so ein Unterschied. Denn es ist ja durchaus so, dass „hochrangige“ Leute bei BarCamps in Deutschland anwesend sind. Wobei man dabei sagen muss, dass es dabei in erster Linie darum ging präsent zu sein und zu zeigen, was für tolle Produkte man doch entwickelt. Im Vergleich zu den letzten zwei Tagen hier, kommt es mir aber so vor, als wenn die Gründer in Deutschland nicht zu einem BarCamp kommen, weil sie von der Idee hinter ihrer Applikation so begeistert sind, dass sie mit anderen Leuten über das übergreifende Thema diskutieren wollen. Statt dessen war alles irgendwie ein „Pitch“, bei dem die eigene Applikation angepriesen wurde.

Meine Wahrnehmung kann auch an diesem Punkt ein wenig getäuscht sein. Denn wenn hier eh schon jeder jeden kennt, muss man natürlich nicht mehr so groß erzählen, was man selbst macht. Twitter, Facebook, Plaxo, MySpace, Pownce, LinkedIn, etc. müssen hier auch nicht wirklich pitchen: ihr Erfolg spricht für die Projekte.

Ich werde heute vormittag noch eine kurze Session zum Thema „Infrastructure of the Open Social Web. NNTP / BitTorrent“ machen und bin dann mal gespannt, wie viele Leute auftauchen und wie diese Session läuft. Auch wenn viele hier NoseRub kennen und sich schon damit auseinandergesetzt haben, bin ich doch ein ziemlicher Exot in Vergleich zu den „Großen“ hier. Das schlägt sich dann vielleicht auch auf die Session selbst aus. Ich bin gespannt – um habe natürlich keine Folien und eigentlich auch nur ein paar einführende Sätze vorbereitet. Der Rest wird hoffentlich Diskussion sein…

3 Gedanken zu „Social Graph FooCamp – Resümeé

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