Domain-Engel wird pampig

DomainengelVorhin erst noch ix gelesen und gleich schon der nächste Aufreger bei mir: Mario Dolzer schreibt mir einen Brief mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter lanu.blogger.de werden unwahre und mein Persönlichkeitsrecht verletztende Behauptungen über mich aufgestellt. Unter dieser Subdomain wird keine Anbieterkennung gem. § 6 TDG vorgehalten, so dass Ansprüche nicht gegen den Verantwortlichen dieser Subdomain direkt geltend gemacht werden können.

Ich muss Sie daher bitten, mir die ladungsfähige Anschrift dessen mitzuteilen, dem Sie diese Subdomain zur Nutzung überlassen haben.

Vorsorglich weise ich Sie darauf hin, dass eine Haftung von Ihnen als Mitstörer in Frage kommt, wenn Sie mir die erbetenen Daten nicht liefern (können), vgl. LG Leipzig MMR 2004, 263 = ZUM-RD 2004, 367 = CR 2004, 943.

Ich bitte um Erledigung bis spätestens 30. Januar 2006.

Zuerst: netter Versuch, den Brief auf den 23. Januar zu datieren, ihn dann aber erst so spät einzuwerfen, dass er am 27. Januar abgestempelt wird.

Dann habe ich mich mal kundig gemacht, worum es denn eigentlich geht. Herr Dolzer hat ja weder Fundort noch Art der unwahren und Persönlichkeitsrecht verletztenden Behauptungen aufgeführt. Sucht man bei lanu.blogger.de nach Mario Dolzer kommen diese vier Artikel zum Vorschein. Liest man sich diese durch und schaut sich noch Domain-Engel.de an, sowie das, was heise online, Onlinekosten.de und Intern.de zu diesem Projekt schreiben, wird schnell klar, was hier abläuft: Mit Hilfe eines Windows-Programmes, das sich jeder installieren soll, der den „Domain Engeln“ helfen möchte, werden freigewordene Domains auf den Betreiber von Domain-Engel.de registriert.

Wenn nun also eine solche Domain durch die „Domain-Engel“ registriert wurde und sie der ursprüngliche Besitzer wiederhaben möchte, muss er den „Domain-Engeln“ gegenüber beweisen, dass er die Domain besitzen „darf“. Zum Beispiel durch eine Marken-Anmeldung. Sehr Interessant ist dabei die Schilderung auf gulli.com, wo es um die Domain Justmac.de geht, die von den „Domain-Engeln“ „gerettet“ wurde. Der Besitzer von Justmac.de, der auf den Seiten der Domain-Engeln noch als positives Beispiel mit den Worten … Dafür möchte ich Dir danken… Erwähnung findet (http://www.domain-engel.de/reaktionen.php), wird dort so zitiert: Moralisch finde ich sein Auftreten als Domain-Engel, der einen Anwalt beauftragt um möglichst wenig Domains wieder freizugeben allerdings bedenklich….

Wenn die Domains nicht ausgelöst werden, nutzt er einfach deren Page-Rank und stellt dort eigene Inhalte ein, um von der Arbeit anderer zu profitieren.

Dass dieses Hilfsprogramm „help.exe“ laut Onlinekosten.de bei Antivirenherstellern als „W32/Domangle trojan“ geführt wird, ist da nur noch ein kleines Anekdötchen am Rande. Schön auch, dass Herr Dolzer bereits einmal vor Gericht verloren hat, als er von Onlinekosten.de als Dialer-Parasit bezeichnet wurde.

All das lässt sich in kürzester Zeit zu Herrn Dolzer finden und spricht nicht wirklich für ihn. Ich habe kein Problem damit, dass Leute Wege Suchen, um im Internet Geld zu verdienen. Von mir aus auch so lange mit nicht ganz astreinen Mitteln, wie diesen nicht ein Riegel vorgeschoben wird – das Internet ist halt nur ein Spiegel der Gesellschaft. Aber, und jetzt komme ich zu ix zurück, regt es mich tierisch auf, dass diese Leute einfach nicht merken, wenn es Zeit wird, die Füße still zu halten. Novitel hat es nicht gemerkt und Herr Dolzer überspannt den Bogen auch gewaltig.

Ich werde natürlich keine Daten von Lanu herausgeben. Und solange ich von Herrn Dolzer nicht gesagt bekomme, was denn nun an den Berichten von Lanu irgendwelche strafrechtlichen Konsequenzen haben könnte, werde ich auch nichts Löschen.

Deshalb zum Abschluß ein Ratschlag an Herrn Dolzer: Wer so eine Vergangenheit wie Sie hat, sollte sich irgendwann mal fragen, ob es wirklich sein kann, dass alle anderen Unrecht haben und nur Sie selbst als heller Stern dastehen. Wer Mist baut, sollte auch dazu stehen.