Softwarepatente sind schlecht, das wissen wir alle. Wirklich? Die Liste der vergebenen Patente, die abenteuerlich anmuten ist lang [1] und wird gerne von den Gegnern angeführt, aber soll man deswegen pauschal gegen Softwarepatente sein?
Patente sollen ja generell auch den kleinen Erfinder schützen, damit seine Erfindung nicht von einer grossen Firma nachgebaut (oder hier: -programmiert) und dann mit hohem Aufwand vermarktet wird.
Für mich stellen Softwarepatente an sich nichts Schlimmes dar, das Problem ist nur, die wirklich schützenswerten Ideen vom Rest unterscheiden zu können. Man nehme das Beispiel MP3: Diese Erfindung hat in weite Teile unseres Alltags Einzug gehalten. Sie ist also von hohem Nutzen und meiner Meinung nach auch zu Recht patentiert worden. Natürlich kann es sein, dass ein Patentinhaber zu viel Geld aus seiner Erfindung pressen möchte und sie sich deshalb nicht durchsetzt. Aber bisher hat es noch immer Alternativen gegeben.
Ich denke, dass man Softwarepatente nicht per se ablehnen sollte. Vielmehr sollte besser kontrolliert werden, was patentiert wird. Wenn vorher schon etwas benutzt wurde, kann es später nicht von jemand anderem patentiert werden, das ist klar. Aber warum gibt es dann bis heute noch das One-Click-Patent von Amazon? Ist es vielleicht vorher doch noch nicht eingesetzt worden, obwohl die Umsetzung trivial ist? Warum? Vielleicht ist es manchmal verdammt schwierig auf die trivialen Einfälle zu kommen und man ärgert sich hinterher über sich selbst?
[1]http://patinfo.ffii.org/patente.html: Grafischer Cursor durch XOR-Operation, Fortschrittsbalken, Archivieren von E-Mail, Paletten mit Reitern