ZETA/BeOS: Noch Chancen für den einstigen Überflieger?

Am Wochenende erreichte mich eine Mail, in der man mich um eine Einschätzung zu ZETA/BeOS bat. Ich war in der Vergangenheit (für die Insider: seit PR2 für den Mac) stark in der BeOS-Szene involviert, verfolge sie inzwischen nur noch passiv, war damals aber sogar massgeblich an dem Namen YellowTab für die jetzige Entwicklungs- und Vertriebsfirma beteiligt.

Die Frage in der Mail lautete: Räumen Sie dem (noch) Chancen ein?

Nein, nicht wirklich. ZETA/BeOS hat nur noch relativ wenige Anhänger, die meisten sind inzwischen entweder zu Windows, Linux oder MacOS X gewechselt. Darüberhinaus hat ZETA/BeOS inzwischen eigentlich nichts mehr, was einen Umstieg rechfertigen würde, eher im Gegenteil. Die einstigen Aushängeschilder Geschwindigkeit und Dateisystem sind inzwischen entweder nicht mehr so wichtig und prägnant, oder sind im Mainstream angekommen (MacOS X).

Darüberhinaus gibt es immer noch keine wirkliche Killer-Applikation, die inzwischen wichtigen Programme unter ZETA/BeOS sind entweder Portierungen (Firefox), auf mehreren Plattformen zuhause, oder Abkupferungen von anderen bekannten Programmen (z.B. iTunes und Windows Media Player). Natürlich gibt es kleinere Nischenprogramme, die dann aber auch nur von wenigen Leuten aus dem Umfeld der Entwickler genutzt werden.

In Japan ist Yellowtab des Öfteren anzutreffen, inwieweit ZETA/BeOS dort aber auch nur ein Nischendasein fristet, ist von hier aus sehr schwer zu sagen. Während BeOS mich damals zum Wechsel von Windows/Intel zum Mac (-Clone) gebracht hat, ist es meiner Meinung nach schon seit einigen Jahren vorbei mit der Ausnahmestellung des Betriebssystems.

DVB-T/Mac: Überallfernsehen mit Formac Watchandogo

Überallfernsehen auf der Terasse
Im Moment gibt es zwei Lösungen für den mobilen Einsatz von DVB-T am Mac. Mit mobil meine ich dabei eine Einsteckkarte für das Powerbook 15″ oder 17″. Die eine ist Elgatos „easyWatch“, die von Mac4ever bereits getestet wurde. Erst seit einigen Tagen ist die zweite Lösung auf dem Markt: Formacs „Watchandgo“.

Während „easyWatch“ 149,- Euro kostet, wird „Watchandgo“ 199,- Euro kosten, ist aber beim Kauf bis zum 17. Juni für 99,- Euro zu haben. Formac hat dabei Fehler und Unzulänglichkeiten des Konkurrenten beobachtet und besser umgesetzt. So verdeckt die Karte keine anderen Anschlüsse und die Software kommt mit Unterstützung für den EPG (Elektronischer Programmführer) und Videotext. Beides fehlt bei „easyWatch“.

Die Antenne wird an das Notebook angehängt
Die Inbetriebnahme ist wirklich sehr einfach: Antenne mit dem mitgelieferten Kabel mit der Karte verbinden, Software installieren und Rechner neu starten. Beim ersten Start der Software werden die Sender automatisch gesucht und mit Name und teilweise Senderlogo in einer Liste dargestellt. Diese Liste lässt sich natürlich bearbeiten und bis zu neun Sender mit einer sogenannten Kurzwahltaste versehen.

Die Software sieht aufgrund ihrer Icons ziemlich hässlich aus, funktionierte bei dem kurzen Test jedoch einwandfrei. Formac gibt zwar an, dass die Karte jederzeit entfernt werden kann, dies hat hier aber nur bei einem von zwei Versuchen funktioniert. Bei fehlgeschlagenen Versuch fror der Rechner ein. Man sollte die Software also besser vorher beenden und die Karte über die Symbolleiste ausschalten, bevor man sie entfernt.

Formac DVB-T SoftwareDie Ton- und Bildqualität ist einwandfrei und hängt in erster Linie von der Signalqualität ab. Beim Test in Bonn (Nähe Venusberg) liess sich aber problemlos der Standort wechseln. Lediglich bei der Bewegung selbst kam es ab und an zu Aussetzern.

Die Software von Formac erlaubt das Timeshifting, also das Pausieren und Anschließende Fortsetzen einer Sendung. Die Standardgröße des Buffers ist dabei auf nur 200 MB eingestellt. Bei einer Testaufnahme wurden für 15 Minuten 330 MB benötigt. Die aufgenommenen Sendungen werden dabei in einem gesonderten Katalog innerhaln der Software angezeigt, von wo aus sie auch bearbeitet werden kann. Die Bearbeitung beschränkt sich dabei jedoch auf das Ausschneiden einzelner Passagen, also z.B. Werbung oder Halbzeitpausen.

Aufnahme von SendungenDie Videotextlösung funktioniert ebenfalls einwandfrei, sogar eine Volltextsuche wurde in diesen Teil der Software eingebaut – eine sehr clevere Lösung. Seiten aus dem Videotext können als Bild in die Zwischenablage kopiert werden.

Sogar eine Fernbedienung über Bluetooth-Handy wurde eingebaut, wurde von mir aber nicht getestet.

Für 99,- Euro ist Formacs Watchandgo eine sehr günstige Einsteigerlösung für DVB-T am Mac. Anhand der Lieferschwierigkeiten bei fast allen Mac-Händlern, kann davon ausgegangen werden, dass die Karte ziemlich viele Abnehmer findet. Sie ist im Moment halt auch die günstigste und am besten ausgestattet Lösung für den Mac. Wie das bei einem Preis von 199,- Euro von den Kunden bewertet wird, muss sich erst noch zeigen.

Nachtrag:
Wenn ein zweiter Monitor an den Mac angeschlossen wird, kann das Fernsehbild auf beiden Schirmen angezeigt werden, es ist also nicht nur auf einen beschränkt. Die Funktion, um das Bild in den Fullscreen-Modus zu versetzen (Apfel-T), ist aber fehlerhaft, da das Bild immer nur auf dem Schirm im Fullscreen-Modus angezeigt wird, welches der Hauptschirm ist, also Menüleiste und Dock enthält.

(Klicks auf die Photos und Screenshots vergrößern diese und führen zu weiteren)

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