{"id":573,"date":"2005-08-11T10:19:24","date_gmt":"2005-08-11T08:19:24","guid":{"rendered":"http:\/\/olbertz\/2005\/08\/11\/morgendliche-dramen-am-postschalter\/"},"modified":"2005-08-11T10:19:24","modified_gmt":"2005-08-11T08:19:24","slug":"morgendliche-dramen-am-postschalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/olbertz.de\/blog\/2005\/08\/11\/morgendliche-dramen-am-postschalter\/","title":{"rendered":"Morgendliche Dramen am Postschalter"},"content":{"rendered":"<p>Ich musste nur zur Post, weil Amazon ein <a href=\"http:\/\/www.olbertz.de\/archives\/000569.html\">kleines Buch<\/a> so gro&#223;z&#252;gig einpackte, dass es nicht in den Briefkasten passte. Vor mir in der Schlange standen zwei &#228;ltere Herren, die ihre wohlverdiente Rente morgens in der Post auf den Kopf hauen.<\/p>\n<p>W&#228;hrend der erste schon bedient wurde, wartete der zweite beharrlich am gleichen Schalter, obwohl ein weiterer Schalter frei wurde. Die Begr&#252;ndung &#8222;<i>Ich wei&#223; nicht, ob die da auch Briefmarken hat<\/i>&#8222;, lie&#223; mich erahnen, dass mindestens ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Philatelie\">Briefmarkensammler<\/a> anwesend war. Selbst als skeptischer Postkunde h&#228;tte ich nicht daran gezweifelt, an jedem Schalter Briefmarken zu bekommen. Aber diese schn&#246;den neumodischen Dinger, auch Postwertzeichen genannt, scheinen wohl nicht so beliebt zu sein.<\/p>\n<p>Ohnehin scheinen Philatelisten andere Vorstellungen von notwendigen Eigenschaften einer Briefmarken zu haben, als der profane Briefeschreiber. Denn der erste &#228;ltere Herr dr&#228;ngelte sich zum Postschalter zur&#252;ck (dem mit den Briefmarken) und regte sich auf: &#8222;<i>Die kleben!<\/i>&#8220; und meinte damit einige Briefmarken, die er in der Hand hielt. &#8222;<i>Geben Sie mir zwei neue!<\/i>&#8222;, rief er der angestrengt wirkenden Schalterfachkraft zu, w&#228;hrend ich noch dar&#252;ber sinnierte, dass mich nichtklebende Briefmarken mehr aufregen w&#252;rden als klebende. Aber gut, wahrscheinlich genau deshalb bin ich auch kein Briefmarkensammler geworden.<\/p>\n<p>Zum Gl&#252;ck hatte ich noch etwas Zeit und konnte somit beobachten, wie nun der zweite Herr einen kleinen Disput mit der immer noch angestrengt wirkenden Dame auf der anderen Seite des Schalters begann. &#196;hnlich wie ein Bankr&#228;uber hatte er ihr einen Zettel zugeschoben und kurz dachte ich, dass sein Knopf im Ohr vielleicht doch kein H&#246;rger&#228;t sondern ein Kommunikationsmittel mit dem Fahrer des Fluchtfahrzeuges drau&#223;en sei. Aber bei dem Zettel handelte es sich nur um eine Art Einkaufsliste f&#252;r Briefmarken, den die Dame &#252;berflog und dann meinte, dass sie von &#8222;denen&#8220; hier keine zehn St&#252;ck verkaufen k&#246;nnte. Sie h&#228;tten keine komplette Rolle bekommen, weshalb sie auch noch f&#252;r andere Kunden was &#252;brig lassen m&#252;sse. Ein verzweifeltes &#8222;<i>Aber ich muss die doch gleich f&#252;r den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ersttag\">Ersttag<\/a> abstempeln lassen<\/i>&#8220; und ein pl&#246;tzlich knallroter Kopf lie&#223; die Dame dann wohl doch erweichen. Denn wenig sp&#228;ter sagte sie ihm (zweimal, beim zweiten Mal lauter; also tats&#228;chlich ein H&#246;rger&#228;t) &#8222;<i>Hier sind 35 St&#252;ck. Mehr habe ich leider nicht<\/i>&#8222;. Mit einem Schulterzucken nahm er sie entgegen und irgendwie glaube ich, dass sich da heute Morgen noch jemand auf dem Weg in andere Postfilialen macht, um auch gut ger&#252;stet zu sein. F&#252;r was immer da auch kommen mag&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich musste nur zur Post, weil Amazon ein kleines Buch so gro&#223;z&#252;gig einpackte, dass es nicht in den Briefkasten passte. 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