{"id":2867,"date":"2016-12-02T06:12:56","date_gmt":"2016-12-02T05:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/olbertz.de\/blog\/?p=2867"},"modified":"2016-12-02T06:12:56","modified_gmt":"2016-12-02T05:12:56","slug":"telefonate-podcasts-und-videos-sind-werkzeuge-fauler-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/olbertz.de\/blog\/2016\/12\/02\/telefonate-podcasts-und-videos-sind-werkzeuge-fauler-menschen\/","title":{"rendered":"Telefonate, Podcasts und Videos sind Werkzeuge fauler Menschen"},"content":{"rendered":"<p>Okay, okay, okay. In der &#220;berschrift stecken viele Verallgemeinerungen drin, die so nicht richtig sind. Nat&#252;rlich gibt es auch Telefonate, die sehr sinnvoll sind und es gibt bestimmt auch Podcasts, bei denen die Macher sich vorher Gedanken dar&#252;ber machen, was sie sagen wollen, wie sie diese Inhalte strukturieren und dann auch r&#252;berbringen.<\/p>\n<p>Und da auch exzellente Filme und TV-Serien in Videoform daherkommen, ist die Pauschalkritik an Videos ebenfalls nicht angebracht.<\/p>\n<p>Und trotzdem nerven mich die meisten Videos, also die, die man so im Netz sieht. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/c-t-zockt-VR-4-Neue-Spiele-auf-der-Playstation-VR-3522174.html\">c&#8217;t zockt VR #4: Neue Spiele auf der Playstation VR<\/a>, versprach gestern eine &#220;berschrift im heise newsticker. Doch statt eines sch&#246;n ausgearbeiteten Textes &#8211; in dem dann gerne auch Videos zu den Spielen auftauchen k&#246;nnen &#8211; besteht der Beitrag eigentlich ausschlie&#223;lich aus einem Video.<\/p>\n<p>Mein grunds&#228;tzliches Problem damit besteht darin, dass ich ein Video nicht &#8222;&#252;berfliegen&#8220; kann. Viele Videos bieten zwar beim &#8222;durchscrollen&#8220; der Timeline kleine Thumbnails an, da der dazugeh&#246;rige Ton aber inhaltlich gar nicht dazu passen muss, ist so etwas aus mehreren Gr&#252;nden nicht daf&#252;r geeignet, ein Video zu &#252;berfliegen.<\/p>\n<p>Bei einem guten Text kann man anhand von Zwischen&#252;berschriften und Abs&#228;tzen eine Struktur erkennen und mal ein paar W&#246;rter, aber eben auch mal ein paar S&#228;tze lesen um zu erkennen, um was es in dem Text geht. Das geht in einem Video nicht. Wann immer ich also im Netz nach irgendwas suche und dabei am Ende auf ein Video stosse, verlasse ich die Seite in den meisten F&#228;llen wieder.<\/p>\n<p>Da empfinde ich es vielmehr als sehr lustig, wenn mir eine Website statt eines Videos einen Platzhalter anzeigt, mit dem ich dazu aufgefordert werde meinen Adblocker auszuschalten, damit ich &#8222;endlich&#8220; das tolle Video sehen kann. Wenn ihr w&#252;sstet!<\/p>\n<p><strong>Podcasts<\/strong> sind da noch schlimmer. Hier kann man nicht einmal &#8222;durchscrollen&#8220;, sondern ist auf Gedeih und Verderb dem Gelaber der Podcaster ausgeliefert. Selbst Podcasts von Leuten die ich kenne finde ich langweilig. Da kommt es mir vor als sitze ich irgendwo an einem Kaffeetisch und bin Teil einer Unterhaltung, ohne dass ich bei interessanten Dingen etwas nachfragen oder beitragen k&#246;nnte.<\/p>\n<p>Ich muss ja gestehen, dass ich wohl noch nie einen Podcast zu Ende geh&#246;rt habe und es auch insgesamt nur so etwa zwanzig Mal &#252;berhaupt versucht habe. Aber im Gegensatz zu einem schleppenden Film oder Buch glaube ich einfach nicht, dass der 08\/15-Podcast am Ende irgendeinen Plot-Twist aufwartet, der es dann doch Wert war, irgendwo zwei Stunden gelangweilt herumzulungern.<\/p>\n<p>Als Gegenbeispiel werden dann gerne irgendwelche aufw&#228;ndig produzierten Podcast-Serien genannt. Ich glaube <a href=\"https:\/\/serialpodcast.org\">Serial<\/a> ist so eines. So etwas geht dann wohl eher in die Richtung H&#246;rspiel, oder H&#246;rbuch &#8211; f&#252;r beides fehlt mir ebenfalls die Geduld. Ich kann es einfach nicht, mich irgendwo hinzusetzen oder hinzulegen und nur zuh&#246;ren. Ganz schnell mache ich dann noch was anderes nebenher und dann habe ich wieder irgendwas verpasst. Auch die g&#228;ngige Praxis Podcasts oder H&#246;rb&#252;cher w&#228;hrend der Autofahrt zu konsumieren, kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt das tats&#228;chlich an einem mangelhaften Multitasking meinerseits.<\/p>\n<p>Die wahrhafte Pest aber sind <strong>Telefonate<\/strong>. Also die nach dem Motto &#8222;rufen Sie doch kurz an, dann erkl&#228;re ich Ihnen das&#8220;. Das ist f&#252;r mich das Paradebeispiel daf&#252;r, wo jemand selbst keine Lust hat sich Arbeit zu machen und mir die Arbeit aufhalst. Denn statt eine aussagekr&#228;ftige Mail zu verfassen und sich dabei Gedanken zu machen, was der Gegen&#252;ber wohl &#252;berhaupt an Informationen ben&#246;tigt und welche Vorkenntnisse jemand hat, muss ich nun pl&#246;tzlich Zeit frei machen und mir Gedanken dar&#252;ber machen, was ich denn nun wohl h&#246;ren m&#246;chte und muss m&#246;glichst nichts vergessen nachzufragen. Dass diese Informationen dann nat&#252;rlich nach dem Telefonat auch nicht festgehalten wurden und ich sie somit auch niemandem weiterleiten kann, ist dann ein weiterer, negativer Effekt.<\/p>\n<p>Ich muss mir dann auch meist ein Kichern verkneifen, wenn am Ende einer Telefonkonferenz wieder der Standardspruch kommt, wie sinnvolll und zielf&#252;hrend es doch war, dass man jetzt mal alle Leute zusammen an die Strippe bekommen hat. Das w&#228;re doch viel besser einfacher gewesen, als das per Mail zu kl&#228;ren&#8230;<\/p>\n<p>Klar. So wie die meisten Mails verfasst und beantwortet werden, handelt es sich dabei tats&#228;chlich um vergeudete Zeit. Wie toll diese Telefonkonferenzen waren, zeigt sich &#252;brigens sp&#228;testens dann, wenn auf Basis dieser Telefonate weitere Schritte in Form von konkreten Aufgaben folgen. Da kommen n&#228;mlich meist wieder die selben Detailfragen auf, die in den Tagen und Wochen vor der Telefonkonferenz schon nicht gekl&#228;rt werden konnten.<\/p>\n<p>Es gibt nat&#252;rlich auch im gesch&#228;ftlichen Umfeld sinnvolle Telefonate, aber in den meisten F&#228;llen empfinde ich es so, dass mein Gegen&#252;ber einfach keine Lust darauf hat sich die Arbeit und Gedanken zu machen, um mir in einer Mail etwas zu erkl&#228;ren. Diese Ausrede &#8222;lass uns kurz telefonieren, das geht schneller&#8220;, trifft ja nur auf eine Seite zu: das Erkl&#228;ren mag vielleicht z&#252;giger gehen, aber ich lese schneller, als mir jemand was am Telefon erz&#228;hlen kann. Zus&#228;tzlich muss ich auch noch Zeit freischaufeln und kann die &#8211; nicht geschriebene &#8211; Mail nicht dann lesen, wann ich Zeit und Lust dazu habe.<\/p>\n<p>Es ist ein Kreuz. Zusammenfassend kann man also sagen, dass ich ein gro&#223;er Freund des geschriebenen Wortes bin und wohl auch deshalb mein Blog hier nicht so einfach aufgeben kann, sondern quasi an jedem Tag, an dem hier in den letzten Tagen nichts reingeschrieben wurde, ein schlechtes Gewissen hatte.<\/p>\n<p>Aber dem ist ja nun sogar schon an zwei aufeinanderfolgenden Tagen nicht so. Yippieh!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okay, okay, okay. In der &#220;berschrift stecken viele Verallgemeinerungen drin, die so nicht richtig sind. 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