{"id":2642,"date":"2013-04-17T10:39:02","date_gmt":"2013-04-17T08:39:02","guid":{"rendered":"http:\/\/olbertz.de\/blog\/?p=2642"},"modified":"2013-04-17T10:39:02","modified_gmt":"2013-04-17T08:39:02","slug":"frauenquote-dafuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/olbertz.de\/blog\/2013\/04\/17\/frauenquote-dafuer\/","title":{"rendered":"Frauenquote? Daf&#252;r!"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\nTL;DR: Ich bin f&#252;r die Quote, weil sie hoffentlich das Bewusstsein daf&#252;r sch&#228;rft, dass unsere Gesellschaft generell noch weit von einer Chancengleichheit entfernt ist &#8211; und das ist nicht nur auf die Geschlechter bezogen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>\nIch verstehe gar nicht, wie man gegen eine Frauenquote sein kann. Jede Quotenregelung besagt ja nur, dass bei gleicher Qualifikation so lange Frauen eingestellt werden, bis die Quote erreicht ist. Wenn M&#228;nner dann also den Job nicht bekommen, bedeutet das doch nur, dass sie es vorher leichter hatten als Frauen. Ja, das mag dann f&#252;r den aktuell Jobsuchenden ein Nachteil sein, da er nichts daf&#252;r kann, dass seine Vorg&#228;nger es leichter hatten. Aber das kann doch kein Grund sein, nun mit der Gleichstellung anzfangen.\n<\/p>\n<p>\nProblematischer sehe ich ja vielmehr dieses &#8222;bei gleicher Qualifikation&#8220;. Wie soll das denn &#252;berhaupt bestimmt werden? Wie vergleiche ich einen Mann, der 5 Jahre Berufserfahrung mitbringt, aber &#8222;nur&#8220; eine Ausbildung gemacht hat mit einer Frau, die gerade frisch von der Uni kommt?\n<\/p>\n<p>\nVielleicht liegt die Ablehung der Quote ja in der Angst begr&#252;ndet, dass Unternehmen dann offen legen m&#252;ssen, wie sie Jobsuchende bewerten. Und seien wir mal ehrlich: da gibt es doch sowieso kaum harte Fakten nach denen man unterscheiden k&#246;nnte. Meistens sieht man doch erst w&#228;hrend der Probezeit, ob ein Kandidat passt, oder nicht. Wenn die Quote aber gesetzlich festgeschrieben wird, k&#246;nnten abgelehnte Bewerber versuchen sich in den Job zu klagen. Der Mann, weil er sich f&#252;r h&#246;her qualifiziert h&#228;lt und die Frau, weil sie sich f&#252;r mindestens genauso qualifiziert h&#228;lt. Das w&#252;rde ein ganz sch&#246;nes Chaos werden, k&#246;nnte ich mir vorstellen.\n<\/p>\n<p>\nAber mit diesen (von mir durchaus nachvollziehbaren) Gr&#252;nden wird ja gar nicht argumentiert. &#220;berraschenderweise gibt es eigentlich gar keine Argumente gegen die Quote. Also keine, die korrekt w&#228;re. Immer mal wieder wird das Schreckgespenst des Mittelma&#223; aufgef&#252;hrt, da nicht die Leistung, sondern die Quote bestimmen w&#252;rde, wer eingestellt wird. Das ist aber doch Quatsch, da eine Quote genau das nicht will. Die Qualit&#228;t leidet ja nicht, da genauso qualifizierte Frauen den Job bekommen werden. Oder wollen die Leute, die dieses Argument anbringen etwa behaupten, dass gleichqualifizierte Frauen trotzdem einen schlechteren Job machen?\n<\/p>\n<p>\nEin anderes Argument ist vordergr&#252;ndig erst einmal ziemlich schl&#252;ssig: Durch die Quote werden M&#228;nner diskriminiert, da sie bei gleicher Qualifikation keine Chance h&#228;tten einen Job zu bekommen. Dieses Argument macht ziemlich deutlich, warum wir eine Frauenquote brauchen: es scheint ja so zu sein, als wenn kein Unternehmen in Deutschland jetzt schon die Quote erf&#252;llt. Denn nur dann m&#252;ssten M&#228;nner ja wirklich Angst davor haben, keinen Job mehr zu bekommen. Und was ist, wenn eine Frau den Vorzug bekommt, weil das Unternehmen sich einer freiwilligen Quote unterwirft? So wie es ja durch die &#8222;Flexi-Quote&#8220; vorgeschlagen wird? Ist es dann nicht so schlimm, wenn der Mann diskriminiert wird? Das sind doch alles an den Haaren herbeigezogene Argumente.\n<\/p>\n<p>\nOb die Quote wirklich was bringt, ist eine ganz andere Frage. Eben gerade weil kaum festgestellt werden kann, ob zwei Personen die gleiche Qualifikation haben. Aber auch als Zeichen finde ich die Quote durchaus angebracht. Und dass sich so viele Leute gegen die Quote aussprechen ist auch ein Zeichen. Ich bin f&#252;r die Quote, weil sie hoffentlich das Bewusstsein daf&#252;r sch&#228;rft, dass unsere Gesellschaft generell noch weit von einer Chancengleichheit entfernt ist &#8211; und das ist nicht nur auf die Geschlechter bezogen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TL;DR: Ich bin f&#252;r die Quote, weil sie hoffentlich das Bewusstsein daf&#252;r sch&#228;rft, dass unsere Gesellschaft generell noch weit von einer Chancengleichheit entfernt ist &#8211; und das ist nicht nur auf die Geschlechter bezogen. 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