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Wordcamp 2011 in Köln – Nicht meine Veranstaltung

by Dirk Olbertz

Ich habe schon ein paar PlugIns für WordPress geschrieben – beruflich und privat (unter anderem für die Buddypress-Installation Plazaa). WordPress und Buddypress sind gerade deshalb aus Entwicklersicht so toll, weil sie (a) weit verbreitet sind und (b) alles im Quelltext vorliegt.

Was ich aber vermisse, sind gute Beispiele, wie man etwas macht. Inzwischen bin ich als Entwickler an einem Punkt angekommen, wo ich etwas nicht nur ans Laufen kriegen möchte, sondern das auch gut und zukunftssicher zu machen.

Ich hatte damit gerechnet, bei diesem Wordcamp auf viele Gleichgesinnte zu treffen und tatsächlich fachsimpeln zu können. Darüber zu diskutieren, wie andere ein Problem lösen und Anforderungen umsetzen. Und das es viele unterschiedliche Wege gibt, kann man an den diversen populären PlugIns sehen, die grundsätzliche Dinge absolut unterschiedlich lösen.

Ich finde so etwas sehr unbefriedigend und weiß, dass es anderen Entwicklern ähnlich geht. Leider wurden die Sessions von Leuten gehalten, die diesen Status noch nicht erreicht haben.

Der Frust und die Enttäuschung einiger Besucher lag vielleicht auch am Format dieses Barcamps. Im Vorfeld gab es wohl schon Kritiker, die die vorab eingestellten Sessions aus Prinzip abgelehnt haben. Ich sah das relaxter, weil es den Besuchern potentiell erlaubt, sich vorab ein Bild von der Veranstaltung zu machen. Bei einem Themen-Barcamp vielleicht gar nicht so schlecht. Leider hat das überhaupt nicht funktioniert.

Zwei Dinge, die für mich ein Barcamp ausmachen, wurden komplett ignoriert: die Vorstellung der Teilnehmer und die Vorstellung der Sessions. Ich hatte nicht gedacht, dass mir die Vorstellung der Teilnehmer so fehlen würde, aber es gibt einem ein Gefühl für das Publikum. Warum ist jemand hier? Was ist ihr/sein Background? Auch wenn so um die 200 Leute dagewesen sein sollen, ist die Zeit für diese Vorstellungsrunde gut “investiert”.

Dass der Sessionplan direkt aus dem Netz übernommen wurde, kam für mich komplett überraschend. Ich hatte damit gerechnet, dass jeder trotzdem seine Session “pitchen” müsste. Das macht doch ein Barcamp gerade aus: gibt es ein paar Leute, die Lust haben, sich zu einem Thema zusammen zu finden und darüber zu Reden? Das hätte auch sehr dabei geholfen herauszubekommen, worum es in den Sessions gehen sollte.

In allen vier Sessions die ich (wenn auch teilweise nur kurz) besucht habe, wurde ich inhaltlich komplett enttäuscht, weil ich unter dem Einzeiler der Sessionbeschreibung etwas völlig anderes erwartet hatte. Das hätte man vermeiden können und ist mir auf “klassischen” Barcamps nicht so passiert.

Und auch sonst habe ich das Gefühl gehabt, in einer schmutzigen Ecke des Internets gelandet zu sein – nur halt in der Barcamp-Version. Mit welcher Selbstverständlichkeit in den Sessions eigentlich nur Werbung betrieben wurde, halte ich für widerlich. Vor dem Barcamp hatte ich überlegt, was man selbst machen könnte. Aufgrund mangelnder Zeit wäre entweder eine Vorstellung von unseren Erfahrungen mit WordPress im Einsatz für Kundenprojekte eine Möglichkeit gewesen, oder aber der Aufbau einer Community (Plazaa) mit WordPress und Buddypress. Beides haben wir verworfen, weil es inhaltlich nicht viel hergegeben hätte und letztendlich nur als Werbung für die jeweiligen Projekte hätte angesehen werden können.

Hier aber war es gar kein Problem unter der Überschrift “Wir bauen eine Community” nicht etwa Buddypress selbst vorzustellen, sondern ein Theme, welches auf Buddypress aufbaut. Ich finde das äußerst unehrlich. Warum heißt die Session nicht “Einführung in [Name des Themes]?

Ich höre jetzt besser auf und konzentriere mich darauf, was ich aus dem Wordcamp mitgenommen habe: es gibt noch keine wirkliche Entwicklercommunity zu WordPress in Deutschland, also liegt es an uns, diese selbst mit Leben zu füllen.

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Idylle mit ertrinkendem Hund, Bleib über Nacht / Geh mit mir, Irrlichterloh, Diesseits des Van-Allen-Gürtels

by Dirk Olbertz

Idylle mit ertrinkendem Hund von Michael Köhlmeier ist ein kurzes Buch (knapp 100 Seiten) und weiter nichts Besonderes, als eine unterhaltsame Geschichte. Das Buch habe ich nach “Abendland” von Michael Köhlmeier gekauft um den Autor weiter kennen zu lernen. Und es hat sich gelohnt.

Auch Bleib über Nacht / Geh mit mir von Michael Köhlmeier lässt mich begeistert zurück. Wobei “begeistert” doch übertrieben ist. Aber ich mag seine Geschichten und wie er sie erzählt. Auch hier habe ich eine Stelle in dem Buch markiert, wobei ich im ersten Moment überlegen musste, warum. Was die Stelle für mich noch spannender macht…:Was keinen Platz im Leben hat, das wird in die Zukunft verladen. Was aber wirklich fortwährt, braucht keine Zukunft, weil es immer gegenwärtig ist. Die Zukunft ist für das Fremde da. Davon will man vielleicht träumen, aber man will es doch nicht haben!

Irrlichterloh von Arno Geiger lebt ebenfalls von der tollen Sprache und der wahnwitzigen Geschichte. Nichts tiefgründiges (auf jeden Fall nicht für mich, ich mochte es noch nie, Sachen zu sehr zu interpretieren), aber sehr unterhaltsam.

Diesseits des Van-Allen-Gürtels von Wolfgang Herrndorf passt prima in diese Reihe der Bücher mit einer erfrischenden deutschen Sprache und unterhaltsamen Geschichten.

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1Q84, Das falsche Leben, Abendland, Die Beschissenheit der Dinge

by Dirk Olbertz

Hier der erste Schwung an Büchern, die ich zwar schon gelesen, aber noch nicht im Blog erwähnt habe:

1Q84 von Haruki Murakami hatte ich mir wegen der geplanten Tokioreise gekauft, weil ich mich ein bisschen auf die japanische Kultur vorbereiten wollte. Und es hat sich wirklich gelohnt! Wenn ich zu Beginn des Buches gewusst hätte, dass es nur die ersten Bände einer Trilogie sind, hätte ich wahrscheinlich gewartet, bis auch das dritte endlich erscheint, aber so habe ich es trotzdem nicht bereut, das Buch in die Hände genommen zu haben. Ein im wahrsten Sinne des Wortes fantastisches Buch, bei dem gar nicht so ganz klar ist, wann es anfängt “umzuschlagen”. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den dritten Band, der in ein paar Wochen auf Deutsch erscheinen soll.

Das falsche Leben von Ute Scheub hörte sich interessant an, immerhin geht es um eine Frau, deren Vater sich während des Evangelischen Kirchentags 1969 öffentlich mit Gift umbringt und kurz vorher noch “seine Kameraden von der SS” grüßt. Das Buch ist nicht sehr an mir haften geblieben, aber ich habe eine Stelle markiert: “Jeder ist dafür verantwortlich, was er aus dem macht, was die Gesellschaft aus ihm gemacht hat.” – Jean-Paul Sartre

Abendland von Michael Köhlmeier ist ein wirklich großes Buch und zieht sich inhaltlich über ein ganzes Menschenleben hinweg. Es ist sehr leicht, sich in der Geschichte zu verlieren. Und das ist absolut positiv gemeint. Nach diesem Buch habe ich noch einige andere von Michael Köhlmeier gekauft und mit Freude gelesen.

Auf Die Beschissenheit der Dinge von Dimitri Verhulst bin ich wegen eines Beitrags im Law Blog aufmerksam geworden – da sieht man mal, wie so was funktioniert. Ein unterhaltsames Buch, aber auch nichts besonderes. Für mich am interessantesten: vorher hatte ich holländische Schriftsteller gar nicht auf dem Radar.

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“Phantomschmerz” – Arnon Grünberg

by Dirk Olbertz

Ich wollte hier eigentlich protokollieren, welche Bücher ich dieses Jahr so lese, aber leider habe ich das ziemlich vernachlässigt. Ich werde in den nächsten Tagen noch einen Sammeleintrag mit all den Büchern machen, die sich auf meiner “To-Blog”-Liste befinden. Ich kriege dann zwar Datum und Reihenfolge nicht mehr richtig hin, aber zumindest kann ich dann später hoffentlich sehen, was ich so alles in diesem Jahr gelesen habe.

Gestern habe ich aber “Phantomschmerz” des Holländers Arnon Grünberg zu Ende gelesen. Und noch bevor ich ganz damit durch war, habe ich gleich noch einen weiteren Schwung seiner Bücher bestellt. “Phantomschmerz” hat einfach Spaß gemacht zu Lesen. Wegen der Sprache, aber auch wegen des Inhalts. Ich bin gespannt, wie Arnon Grünberg in seinen anderen Büchern ist.

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