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XBox One oder PS4? PS4!

So, gestern hat Microsoft nun auch die nächste Generation der XBox vorgestellt: Xbox One. Und damit ist dann endgültig klar, dass ich nach der Playstation 3 Ende 2013die Playstation 4 zulegen werde. Warum? Nun, dafür muss ich ein wenig ausholen:

Ich komme mit dem Microsoftuniversum einfach nicht zurecht. Klar, ich habe immer wieder ein wenig neidisch auf die XBox geschielt, weil dort Multiplayer so viel besser sein soll. Ganz ehrlich habe ich aber auch nie einen Crossplay-Chat vermisst. Höchstens mal in Battlefield 3, wenn die Kollegen in einem anderen Match waren. Dann hätte man bequem absprechen können, wann man in eine gemeinsame Lobby geht. Aber sonst? Das war irgendwie nie ein Kaufargument für mich.

Und wenn ich mir nun anschaue, was Microsoft gestern präsentiert hat, bzw. auf was der Fokus lag, beschleicht mich das Gefühl, dass dort in erster Linie Produktentwickler das Sagen hatten und weniger Gamer. Bei der Präsentation von Sony sah das ganz anders aus. Wobei natürlich immer noch abzuwarten bleibt, was am Ende von all den Versprechen übrig bleibt und wie gut die ganzen neuen Features funktionieren werden.

Wie schon bei der XBox 360 und der PS3 kann man die Hardware wohl als gleichwertig bezeichnen (wobei ich die PS3 immer als etwas leistungsfähigere, aber als Entwickler schwerer in den Griff zu bekommende Konsole im Hinterkopf behalten werde) und auch bei der neuen Generation wird sich in diesem Bereich nichts tun.

Und da finde ich spannender, was Sony vorgestellt hat. Allen voran das Teilhaben am Spielerlebnis eines Freundes. Und hoffentlich habe ich das Versprechen auf schnelle Spielstarts nicht falsch interpretiert. Aber die Warterei auf die Konsole war am Wochenende wieder mal das nervigste was in Erinnerung geblieben ist. Kinect und Move hingegen sind einfach Totgeburten. Die Wii war damals revolutionär und die Spiele einfach perfekt auf die Steuerung abgestimmt. Es gibt bis heute für Move kein vernünftiges Tennisspiel mit natürlichen Armbewegungen und wo die beworbene Move-Funktionalität bei Need For Speed: Most Wanted versteckt ist, weiß ich bis heute nicht.

Mit der Funktionalität kann mich also niemand hinter dem Ofen hervorlocken. Spracherkennung? Also ganz ehrlich: gestaltet eure Benutzungsoberflächen vernünftig und ich bin mit dem Controller schneller als ich sprechen kann.

Kurz will ich noch auf einen Einwand hinweisen, dass weder die XBox One, noch die PS4 die Spiele ihrer Vorgänger abspielen kann. Ich verstehe die Aufregung ehrlich gesagt nicht. Sobald die neue Konsole draussen ist, gibt es für die alte eh kaum noch Geld auf dem Gebrauchtmarkt. Warum also nicht beide Konsolen behalten, wenn doch noch so tolle Spiele auf der alten sind? Ich glaube ja eher, dass ich mir mit den ersten paar Minuten Gameplay der neuen PS4-Spiele die PS3 gar nicht mehr antun werde. Ich hasse ja jetzt schon diese ewigen Remakes. Warum sollte ich mir dann alte PS3-Spiele sehnlichst herbei wünschen? Viel interessenater finde ich die Frage, ob ich die alten Controller weiterbenutzen kann. Zumindest für die gelegentlichen Offline-Multiplayerrunden ist es ganz schön viel verschwendetes Geld für Controller 2 bis 4.

Ab jetzt heisst es also: gemütlich zurücklehnen und auf das offizielle Verkaufsdatum sowie ein paar Gameplayvideos warten. Für die PS4, selbstverständlich.

Space Team – Lokales Multiplayer iOS-Spiel

Space Team

Habt ihr mindestens 3 iOS-Geräte (iPhone, iPad, iPod) in eurer Nähe und ebensoviele Mitspieler? Dann schaut euch mal Space Team an. Das ist ein kostenloses Multiplayerspiel, wobei die Geräte entweder im lokalen WLAN verbunden sein müssen, oder per Bluetooth kommunizieren. Ich selbst habe es mit Bluetooth nicht ausprobiert.

Letzten Freitag, im Vorlauf zu Derren Brown: Apocalypse, haben wir auf drängenden Wunsch von Felix Space Team ausprobiert. Auch wenn wir (fast) alle nach dem ersten Durchgang genug hatten, war es dennoch eine Spielerfahrung, die jeder mal machen sollte.

Worum geht es? Um die Steuerung eines Raumschiffs. Aha… Naja, man kann es sich ein bisschen wie ein chaotisches Star-Trek vorstellen. Jeder Spieler hat auf seinem Bildschirm ein paar Knöpfe, Schalter und Drehregler. Die Art und Anordnung ändert sich nach jedem Level. Gleicht bleibt aber immer das Spielprinzip: über den Knöpfen erscheint der Hinweis, welcher Schalter oder welcher Knopf gedrückt werden müssen. Der Clou dabei: nicht jede der Anweisungen können vom Spieler selbst ausgeführt werden, also ruft man die Kommandos einfach laut in die Runde, damit jemand anderes den Anweisungen folgt. Ein paar der Kommandos müssen auch von allen ausgeführt werden.

Im Video sieht das so aus:

Wie man hier sieht, fallen die Schaltflächen schon mal ab, verschmieren, oder werden von Rauch verdeckt. Die teilweise absurden Anweisungen (“Make Sandwich”) und das Durcheinander der Kommandos machen nach kurzer Zeit wirklich Spaß. Wie oben schon angedeutet, haben wir aber nach dem ersten Durchgang (ich glaube wir sind bis zum fünften Level gekommen) aufgefhört. Ob das Spiel wirklich auf Dauer motiviert vermag ich nicht zu sagen. Aber man sollte es auf jeden Fall mal ausprobiert haben!

Das Beste neue Feature der PS4? Zugucken!

Die PlayStation 4 soll es ermöglichen, dass man sich live anschaut, wie jemand anderes gerade zockt. Genau dieses Feature habe ich mir in den letzten Jahren immer mal wieder in Diskussionen über Videospiele gewünscht. Dabei hatte ich mir das in erster Linie für Sportspiele vorgestellt. Aber so wie Sony das jetzt platziert hat, macht es natürlich auch Sinn: ein Freund schwärmt euch von einem Spiel vor und ihr habt noch keine Vorstellung davon, wie es sich genau spielt? Schaut ihm einfach dabei zu und lasst es euch erklären.

Sozusagen eine One-To-One-Rezension eines Spiels. Besser geht es nicht mehr. Klar, man könnte auch zu dem Freund hinfahren und das Spiel dort ausprobieren, aber Online ist das ganze doch viel spontaner möglich. Ich erinnere mich noch daran, wie ich Saboteur bei Garvin zuhause zum ersten Mal gesehen habe und er mir ein bisschen vorgespielt und erzählt hat, worum es ging. Nur kurz danach habe ich es mir gekauft.

Erst vor ein paar Wochen hat mir Dennis per ustream.tv (eben der Dienst, der von der PS4 benutzt werden soll) Planetside 2 gezeigt. Gäbe es das Spiel für den Mac oder die Konsole, hätte ich es mir wahrscheinlich gekauft. Alle Informationen, die ich vorher zu dem Spiel bekommen hatte, haben mir nicht so wirklich rüberbringen können, worum es in dem Spiel geht.

Einem CoD-Fan davon überzeugen, dass er sich Battlefield 3 kaufen soll, damit man sich zusammen in Schlachten beweisen kann? Versuche mal zu erzählen, was den Reiz des Spiels ausmacht. Das muss man erlebt haben!

Ich kann mir das Zusehen auch gut als Unterhaltung vorstellen und vielleicht erweitert Sony das Feature irgendwann um Eintrittspreise. Bei Spielen wie Uncharted ist es fast egal, ob man nur zusieht, oder selbst spielt. Und wenn der Spieler dann noch Unterhaltungsqualitäten hat… Ich könnte mir gut vorstellen, dass man dafür Geld zahlen würde.

Aber mal abwarten. Vielleicht ist hier ja auch wie so oft vieles nur heisse Luft und plötzlich ist das “Zusehen” auf das nachträgliche Anschauen von 30sekündigen Videoclips beschränkt. Freuen wir uns nicht zu früh.

Die Videospielindustrie nervt

Irgendwann im Herbst wird die Playstation 4 erscheinen, vielleicht auch erst 2014 bei uns in Deutschland. Und obwohl ich ein großer Fan meiner PS3 bin weiß ich nicht, ob ich mir die nächste Generation kaufen werde. OK, wahrscheinlich werde ich sie mir kaufen. Zu sehr mag ich Computerspiele und gute Grafik und zu sehr verabscheue ich PCs.

Aber es wird keine Liebesbeziehung sein. Irgendwie nervt mich die ganze Videospielindustrie. Da werden Trailer veröffentlicht um den Spielern das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Aber ehrlich: das hat bei mir noch nie funktioniert. Filmtrailer sind ja schon mit Vorsicht zu genießen, aber immerhin bekommt man dadurch eine ungefähre Ahnung dessen, was einem in dem Film erwartet. Aber Videospieltrailer? Das ist doch reinste Schönfärberei. Ab und zu wird noch die Kennzeichnung In-Game-Grafik dran geklatscht, aber ich will Gameplay sehen: wie steuert der Spieler das Spiel. Wie sieht das aus? Diese Gameplayvideos gibt es zumeist erst kurz vor dem Erscheinen eines Spiels zu sehen.

Insgesamt hat das folgenden Effekt: ein Spieletrailer wird angekündigt und obwohl ich mich für den Trailer selbst nicht interessiere, so bleibt doch im Hinterkopf die Information, dass es da ein neues Spiel gibt (heute ja meistens eher nur eine neue Fortsetzung zu einem bekannten Spiel). Das mag so auch beabsichtigt sein. Irgendwann folgen Trailer 2 und 3, sowie Ankündigungen von DLC und Spezialversionen, die man nur beim Vorbestellen bei bestimmten Händlern bekommt. Immer noch ohne Gameplayvideos! Inzwischen hört man aber immer mehr von dem Spiel, bis es bei mir irgendwann keinen Unterschied mehr zwischen Ankündigung und Veröffentlichung gibt. Es gibt nur ganz, ganz wenige Spiele (bislang waren es drei), bei denen es mich vorab wirklich interessiert, wann sie erscheinen.

Dadurch kommt es zu der paradoxen Situation, dass ich mir irgendwann überlege ein neues Spiel anschaffen möchte und in erster Linie von all den Ankündigungen so zugeballert wurde, dass ich mich zwar auf die Suche nach den Spielen mache, sie aber natürlich nicht kaufen kann, da sie noch nicht erschienen sind. Ein Spiel, welches drei Wochen im Handel ist, wird nirgends mehr besprochen. Das ist ein alter Hut und man kriegt fast nichts mehr davon mit.

Das ist jetzt alles nicht unbedingt die Schuld der Videospielindustrie und je mehr man sich mit Videospielen beschäftigt, desto mehr erfährt man natürlich über Neuigkeiten und somit ist das Problem auch ein bisschen selbstgemacht. Ich sage ja auch nur, dass es mich nervt. Ich wünschte mir eine ehrlichere Werbung für Spiele. Vergesst die Trailer. Gameplay ist alles.

Oben habe ich ja schon kurz auf den Wahn der Serienvideospiele hingewiesen: kaum ein erfolgreiches Spiel, welches anschliessend nicht noch drei, vier Mal einen zusätzlichen Teil bekommt. Abgesehen von FIFA und anderen Sportspielen ist das auch gar keine so schlechte Sache. Ich kenne ein paar Reihen, die ich sehr gerne gespielt habe (InFamous, Batman, Uncharted, Assassins Creed). Und trotzdem habe ich mich oben in dem Satz zu einem “nur” hinreissen lassen. Neue Videospiele sind einfach noch mal eine Ecke “toller”. Sie kommen mit neuen Ideen daher und vielleicht sogar mit neuen Spielkonzepten. Ein Spiel wie Braid konnte nur entstehen, weil etwas ganz neues ausprobiert wurde. Und ein Minecraft kann nun einmal auch nicht als Fortsetzung eines vorhandenen Spiels entwickelt werden.

Wesentlich schlimmer als die Fortsetzungen bekannter Videospiele sind aber die sogenannten HD-Remakes. Als wenn ein Spiel nur von der Grafik lebt. Und ich mag da ein Einzelfall sein, weil ich auch Filme nur ganz selten mehr als einmal spiele. Aber wer benötigt ein HD-Remake von einem Spiel, dass er vor 5 Jahren schon durchgespielt hat? Inzwischen lobe ich mir die mangelnde Abwärtskompatibilität der PS3: für die PS Vita sind gefühlt 90% der Spiele im PlayStation Store eigentlich für die wesentlich schwächeren PSP und PS One. Wer will denn so was? Die PS habe ich zwei Mal verkauft, weil die Spiele zu einfach gestrickt waren – mehr gab die Konsole nicht her. Es kann ja sein, dass es für die PS Vita nicht so viele Spiele gibt. Aber mittlerweile schaue ich mich gar nicht mehr im PlayStation Store um, weil ich die wirklichen Neuerscheinungen für die PS Vita gar nicht mehr finde.

Was mich auch nervt, sind die verschiedenen Editionen und Extrainhalte von Spielen. Und zwar die, die es schon direkt zu Beginn des Spiels gibt. Mit den ganzen Extrainhalten von Battlefield 3 habe ich mich sehr gut anfreunden können. Das sind größtenteils Sachen, die man einfach zeitlich nicht in das Ursprungsspiel untergebracht hätte und den Fans des Spiels dennoch Abwechslung lange nach dem Kauf ermöglichen. Die restlichen Sonderwaffen und ähnlichem Pipapo können aber doch kein ernsthafter Gewinn sein: wären sie notwendig für das Spiel, könnten alle späteren Käufer nichts mit dem Spiel anfangen. Also ist es nur nutzloses Gedöns, welches aus Marketinggründen erfunden wurde. Zumal man bei der Vorbestellung gar nicht einschätzen kann, was man von den Gegenständen hat. Denn zu wenig von der Spielmechanik wird vorab bekannt um einschätzen zu können, ob man z.B. nach ein paar Spielstunden wesentlich bessere Gegenstände im Spiel entdeckt und man deshalb eh nichts von den Beigaben hat.

Oftmals hat man bei neuen Entwicklungen in der Spiele doch das Gefühl, dass man sich nur Gedanken darüber macht, mehr Geld zu verdienen. Aber nicht, wie man ein tolles Spiel abliefert. Ein Online-Pass ist doch wirklich nur rein eine Schikane für Leute, die Spiele gebraucht kaufen wollen. Die müssen dann noch mal 10,- € (ein aktuell gängiger Preis) dafür zahlen, dass sie das Spiel online spielen dürfen. Dabei ist es ja nicht so, dass durch den Gebrauchtkäufer die Last auf dem Server erhöht würde. Denn der Verkäufer kann das Spiel ohne Datenträger ja eh nicht mehr spielen. Rein um den Verkaufspreis der Spiele kann es auch nicht gehen, da man die meisten Spiele nach zwei bis drei Monaten sowieso stark reduziert bekommen kann. Viele Spiele werden ja noch in der Woche der Veröffentlichung von 65,- € auf 44,- € reduziert. Im Endeffekt geht es nur um Gewinnmaximierung. Kein Wunder, dass hier das Wort “Abzocke” gerne bemüht wird.

Für mich als Käufer sind das alles keine Kaufanreize, sondern Ausdruck einer Verzweiflung. Einer Verzweiflung darüber, dass das Spiel nicht gut genug sein könnte um sich ohne diese Tricks verkaufen zu können. Welche Meinung die Hersteller solcher Spiele von den Käufern haben, ist ein weiter Punkt, der mich nervt. Ich will nicht für so blöd gehalten zu werden, dass ein paar Zusatzitems mich dazu veranlassen würden ein Spiel vorzubestellen. Begeistert mich vom Spiel und ich werde es schon kaufen.

Aber nein, viel lieber wird Marketinggewäsch gesprochen. Ich habe mir nie ein DLC für Litte Big Planet gekauft, weil ich nicht herausfinden konnte, ob es sich nur um bunte Kostüme und Bausteine für neue Level handelte, oder tatsächlich neue spielbare Level. Dabei mag ich LBP sehr. Aus einem ähnlichen Grund werde ich mir Sim City nicht vorbestellen. Der Always-On-Zwang stört mich nicht. Ich werde ja selbst nervös, wenn ich nicht ständig online bin und kann das Spiel deshalb gut verstehen. Aber nein, es ist ein anderer Punkt: Das neue Sim City soll auch auf dem Mac laufen. Will ich mir das Spiel bei Amazon.de vorbestellen, kriege ich dort nur die PC-Version zum Kauf angeboten. Ob da dann automatisch die Mac-Version mit dabei ist, kann ich nicht herausfinden. Die Beta von Sim City läuft nur auf dem PC, für Mac-Besitzer gibt es in der MacOS-Version des Origin-Clients nur die lapidare Information, dass die Beta nur unter Windows funktioniert. Konkrete Hinweise zur Mac-Version? Fehlanzeige.

Nun also wartet eine neue Generation von Konsolen auf uns. Die Wii-U hat den Anfang gemacht und für mich habe ich bislang noch nichts gesehen, was mich reizen würde. Die Wii war eine Revolution aus deren Bann man sich nicht entziehen konnte. Wegen Super Mario überlege ich mir immer wieder, mir doch noch eine Wii zu holen (ich hatte meine damals verkauft, bevor ich Super Mario Galaxy durchgespielt hatte). Aber die Wii-U lässt mich absolut kalt. Die Videos die ich zur Konsole gesehen habe, gehen von mehreren Spielern aus. Ich sitze zu 99% alleine vor der Konsole. Multiplayer ist für mich nur für ganz wenige Genre interessant. Und selbst bei denen bevorzuge ich Onlinespiele. Vor der Konsole zu sitzen und zu zocken verbinde ich mit rumgammeln und Gemütlichkeit. Das lässt sich für mich persönlich nur ganz schwer realisieren, wenn noch andere Leute bei mir vor dem Fernseher rumhampeln.

Ich kann nur beten, dass die nächste Spielegeneration nicht so viel Gebrauch von Features wie Kinect oder Move macht. Das Rumgehampele macht bei einer Handvoll Spielen Sinn, bei dem Rest ist das nur störend und wirkt zumeist draufgepflanscht. Ich weiß bis heute nicht, wo das Move-Feature bei Need For Speed: Hot Pursuit wohl zum Einsatz kommt. Es wird auf der Verpackung und beim Spielstart beworben, aber wo um Himmels willen macht das bei einem Autorennspiel Sinn? Und bitte, bitte, keine Touchsteuerung auf dem Controller. Touchsteuerung macht nur auf dem Bildschirm Sinn. Nein, Sony, auch auf der Rückseite des Bildschirms macht die Touchsteuerung zu 99% keinen Sinn. Denn da halte ich in der Regel die PS Vita fest. Die zwei Mulden, nicht größer als die Hälfte meines kleinen Fingers sind keine sinnvolle Fläche um die PS Vita dort dauerhaft zum Spielen festzuhalten.

Und doch bin ich keiner von denen, die den Konsolen den Tod vorhersagen, weil sie von iPhone und iPad kannibalisiert werden. Die paar Spiele, die ich auf iPhone und iPad spiele, sind genau die, die nur mit der Touchsteuerung funktionieren. Dein iOS-Spiel hat einen virtuellen Joystick? Leider verloren. Nichts für mich. Ich liebe die Steuerung per Controller und tue mich auch deshalb mit PC-Spielen so schwer. Es gibt so viele Spiele, die nur mit einem Controller und einer Konsole optimal funktionieren. Wenn die Spieleindustrie mich nur nicht für blöd verkaufen wollen würde…

Und trotzdem werde ich bei der nächsten Playstation mit ziemlicher Sicherheit zuschlagen. Zu sehr freue ich mich auf geniale Grafiken in offenen Spielewelten. Aber treibt es nicht zu weit! Sonst spiele ich bald vielleicht doch nur Tiny Wings, Plants vs. Zobies und Bejeweld auf meinem iPhone.

Komplexität in Computerspielen

Früher war alles besser. Das gilt für Computerspiele genauso wie für den Rest des Alltags.

Und genauso ist dies natürlich nur die halbe Wahrheit. Das kriegt jeder schnell mit, wenn er nur mal von der aktuellen Konsolenversion auf die davor wechselt. Geschweige denn, man geht noch mal zurück zu den Zeiten des C-64 und vergleichbaren, oder sogar noch früheren “Spielemaschinen”.

Was sich in Sachen Grafik getan hat, ist einfach unglaublich. Ich erinnere mich noch daran, dass ich im Fernsehen einen Bericht über Flugsimulatoren der Bundeswehr gesehen hatte und ich ganz begeistert zu mir selbst meinte: “Wenn die Grafik irgendwann mal in Computerspielen verfügbar wird… Das wird ein Fest!”. Heute würde kein iPhone-Spiel mehr eine vernünftige Bewertung für diese Grafik bekommen.

Aber nicht nur die Grafikleistung hat sich verbessert, auch sonst sind die Konsolen und PCs wesentlich leistungsfähiger geworden. Das führt zu deutlich mehr Komplexität in den Spielen. Das beste Beispiel, wo das – für meinen persönlichen Spielspaß – gründlich in die Hose gegangen ist, sind z.B. Fußball- und Tennisspiele. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch heute noch genauso viel Spaß mit SNES Super Tennis und SNES International Superstar Soccer hätte, wie damals.

Will man heute alle Tricks der aktuellen Sportspiele beherrschen, darf man sich für längere Zeit nur noch auf dieses eine Spiel vertiefen, da es unzählige Variationen gibt und die Fingerfertigkeit auch erst einmal erlernt werden will. Für ein schnelles Spiel zwischendurch sind die allenfalls mit ähnlich untrainierten Freunden geeignet.

Ich habe also ein gewisses ambivalentes Verhältnis zu komplexen Spielen. Und jetzt am Samstag geht die Frühstarterphase von Guild Wars 2 los und wir führen uns auf wie kleine Kinder vor Weihnachten. Damit stößt, zumindest für mich, die Komplexität von Computerspielen in ganz neue Bereiche vor. Ich habe inzwischen Webseiten zum Spiel gefunden, die sich über mehrere, sehr lange Artikel mit Teilbereichen des Spiels auseinandersetzen. Und egal welche Seite des offiziellen Wikis ich auch öffne, es gibt immer noch eine weitere Erklärung und einen weiteren Zusammenhang zu erkennen. Der dann natürlich irgendwo da draußen von Fans während der Beta bereits zusammengetragen wurden.

Es ist wirklich unglaublich wie groß die Welt ist und mit wie vielen Details jeder Aspekt der Welt, ihrer Bewohner und das gesamte Gameplay gespickt ist. Bislang habe ich das Spielen während der Stresstests genossen. Ein bisschen befürchte ich, dass mich die Komplexität irgendwann frustriert, aber bisher überwiegt meine Neugier. Und so werde ich mir für Samstag um 7:00 Uhr den Wecker stellen um so früh wie möglich loslegen zu können…