Category Archives: Bücher & Texte

Schöne Freunde, Der alte König in seinem Exil, In Plüschgewittern

Schöne Freunde ist von Arno Geiger, einem österreichischem Schriftsteller, auf den ich irgendwann einmal gestoßen bin und dessen Bücher ich inzwischen genau so blind kaufe, wie die von Thomas Glavinic. Die Geschichte selbst ist mir nur noch in Bruchstücken präsent, aber so geht mir das mit allen Büchern. Ich weiß nur noch, dass ich sie mochte.

Auch Der alte König in seinem Exil ist von Arno Geiger. Diesmal geht es allerdings um die Geschichte seines an Alzheimer erkrankten Vaters und um die Geschichte seiner Verbindung zu seinem Vater.

Folgender Satz ist nicht typisch für das Buch, ich mag ihn einfach so:

Aus demselben Grund habe der Dätt nie erklärt, wie etwas gemacht werden solle, sondern nur befohlen, dass es zu geschehen habe. So habe er vermieden, dass ihm jemand sagt, wie man es besser machen könnte.

Ansonsten enthält das Buch alles, was man von einer solchen Konstellation erwarten kann. Und eine Menge kleiner Geschichten rund um Arno Geiger und seinen Vater. Auf jeden Fall lesenswert.

Auf Wolfgang Herrendorf und sein Buch In Plüschgewittern bin ich eigentlich auch einem sehr tragischen Grund aufmerksam geworden. Nichtsdestotrotz finde ich diesen deutschen Schriftsteller lesenswert und bin froh, überhaupt irgendwie auf ihn aufmerksam geworden zu sein.

In den meisten Büchern geht es übrigens, wie in Liedern ja auch, um Liebe und Beziehungen. Und ich finde es jedes Mal interessant, wie anders die Geschichten doch sind. Und doch im Grunde alle identisch. Und nie langweilig.

“Blauer Montag” – Arnon Grünberg

Mit Blauer Montag habe ich nun ein weiteres Buch des Niederländers Arnon Grünberg gelesen und ich glaube, dass ich mir noch ein paar seiner Bücher zulegen werde.

In den ersten beiden Kapiteln zu Blauer Montag war ich mir gar nicht so sicher, ob es sich um einzelne Kurzgeschichten handelt, oder um einen Roman. Erst danach kamen langsam Zusammenhänge dazu. Auch sonst erklärt das Buch nicht alles und man muss sich aus dem Erzählten zusammenreimen, dass es jetzt ein paar Jahre weiter im Leben des jungen Mannes gegangen ist. Das macht es aber auch interessant und im gewissen Sinne “zeitlos”.

Eine der Stellen, die ich mir in diesem Buch markiert habe:

Manche Dinge tut man eben einfach und denkt erst hinterher darüber nach. Meine Psychologen jedoch hatten wunderbare Erklärungen dafür, so schön, daß einem beim Zuhören die Tränen in die Augen traten.

Das ist auch ein Beispiel dafür, warum ich das nicht eindeutig “traurig” oder “melancholisch” nennen kann. Es ist an vielen Stellen mit enorm viel Augenzwinkern geschrieben, aber das, was der Erzähler schildert, macht oft einen hoffnungslosen Eindruck.

Die Behandlung, Trilogie der sexuellen Abhängigkeiten, Sunrise, Mrs Fry’s Diary

Ich kann das Ende des Stapels so langsam sehen :)

Die Behandlung von Mo Hayder wird als “Roman” ausgezeichnet, dahinter steckt aber eher ein Krimi. Und ich bin kein Krimifan. Trotzdem war ich sehr angetan von diesem Buch. So sehr, dass ich mir jetzt auch noch den Vorgänger Der Vogelmann bestellt habe. In der Hoffnung, dass das Ende genauso unvorbereitet kommt, wie in “Die Behandlung”.

Die Trilogie der sexuellen Abhängigkeiten von Michael Köhlmeier ist eine Geschichte aus drei Teilen, die lose miteinander verbunden sind. Kein überragendes Buch, aber eine schöne kurze Abwechslung.

Sunrise von Michael Köhlmeier ist eher eine lange Kurzgeschichte in Buchform. Aber eine sehr interessante und tiefgehende. Ich müsste sie eigentlich noch mal lesen um das Ende besser zu verstehen – das spricht hierbei nicht gegen, sondern für die Geschichte!

Mrs. Fry’s Diary ist das Tagebuch von Mrs. Stephen Fry, der Frau von Stephen Fry – wer hätte das gedacht? Wer Stephen Fry nicht kennt, wird mit dem Buch nicht soooo viel anfangen können, aber auch ohne den Bezug zu ihrem Mann sind einige sehr köstliche Stellen zu finden.

I’m taking advantage of all the kids being out by doing those little jobs – cleaning the oven, defrosting the fridge, changing the locks…

That’s the last time I let Stephen watch Star Trek. He’s refusing to gout to work in case his actions affect the future. Considering the rate he works I should think that’s highly unlikely.

Typisch britischer Humor in einem nicht zu anspruchsvollem Englisch. Wobei ich ja fast hoffe, dass es nie ins Deutsche übersetzt wird. Das kann nur schief gehen…

Flug der Pelikane, Nacht, Kleine Schule des Karussellfahrens

Weiter geht’s mit dem Abarbeiten des Stapels der gelesenen Bücher.

Flug der Pelikane von Benjamin Lebert ist ein kurze Geschichte, die mich alleine schon wegen der Worte “New York” auf dem Buchrücken dazu veranlasste, das Buch zu kaufen. Leider konnte es mich darüber hinaus nicht so sehr begeistern.

Ganz anders dagegen Nacht von Edgar Hilsenrath. Die Kurzzusammenfassung: “Hilsenrath schildert den Überlebenskampf zweier junger Männer in einem rumänischen Ghetto”. Ein Buch mit so viel zum Nachdenken drin, dass ich jetzt schon wieder damit loslege, wo ich das Buch noch einmal vor mir auf dem Tisch liegen habe.

Fünf kleine Fähnchen ragen bei mir seitlich aus Arno Geigers Kleine Schule des Karussellfahrens. Eine etwas wirre Geschichte, die sich deshalb aber auch so leicht liest und eben ganz viele Momente für ein “Aha!”. Zum Beispiel:

Hundertdrei, das ist eine schöne Zahl, vermutlich eine Primzahl. Ich überlege mir gerade, wie das mit Mädchen ist wie dir, ob man die auch mit nichts und niemanden teilen kann.

Oder:

[...] in der Liebe sei es wie mit Testamenten, das jüngste setze alle vorangegangen außer Kraft.

Wie man sieht, geht es viel um Liebe, das Buch handelt aber auch von einem jungen Mann, so dass dies nicht ungewöhnlich ist. Und nein, das Buch ist kein Liebesroman…

“Monogam” – Marek van der Jagt

Marek van der Jagt ist ein Pseudonym von Arnon Grünberg und Monogam habe ich mir nach dem Lesen von Phantomschmerz gekauft, zusammen mit zwei weiteren Büchern von Arnon Grünberg.

“Monogam” ist ein seltsames Buch. Es wird keine Geschichte im eigentlichen Sinne erzählt, vielmehr referiert der Autor über das Wechselspiel von Liebe und Macht, Einsamkeit und sonst so ziemlich allem, was zu Liebe und Leben dazugehört. Das alles mit einer guten Portion “Seltsamkeit”, aber flott geschrieben und so kurz, dass man es auch sehr gut in einem Rutsch durchlesen kann. Länger als 45 Minuten habe ich nicht dafür gebraucht.

Kein Buch, dem ich länger nachhängen werde und auch keines, wegen dem ich nach mehr Büchern des Autors Ausschau gehalten hätte, aber sicherlich auch kein Fehlkauf, oder vergeudete Zeit.